MuK-Blog der SRH Fernhochschule – The Mobile University

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Refugee Republic – best practice aus Design & Kommunikation

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Heute möchte ich ein mehrfach prämiertes Projekt vorstellen, was auf der einen Seite einen Blick in das Leben syrischer Flüchtlinge erlaubt die in einem Flüchtlingscamp im Irak leben, auf der anderen Seite ein best practice Beispiel für tolles Design, gelungenes Storytelling und die Verbindung von multimedialen Inhalten ist.

Das Camp Domiz ist, wie schon erwähnt, ein syrisches Flüchtlingslager im Norden des Irak. Rund 64 000 überwiegend kurdisch-syrische Flüchtlinge haben hier Zuflucht gefunden. Da die Zahl der Flüchtlinge im Lager aber stetig wuchs, hat sich das Lager von einer vorübergehenden Zuflucht zu einer provisorischen Stadt entwickelt. Menschen leben hier, das heißt sie gehen zur Schule, gründen Unternehmen, heiraten und erleben Glück und Unglück. 

Der Visual Artist Jan Rothuizen, der Multimediajournalist Martijn van Tol und der Fotograf Dirk Jan Visser waren vor Ort und haben das Camp und die Menschen dort besucht. Das was sie gesehen haben, haben sie in einer mehrdimensionalen Mischung aus Ton, Zeichnung, Foto und Film aufbereitet und der Öffentlichkeit im Netz zugänglich gemacht.

Videoquelle(n): © Vimeo.com / Submarine Channel

 

Camp Domiz gibt es seit April 2012. Aktuell leben dort 57 953 registrierte Flüchtlinge. Ursprünglich war das Lager für 38 135 geplant. Außer im Rahmen einer Familienzusammenführung werden keine neuen Flüchtlinge mehr aufgenommen. Auf einer Fläche von insgesamt 1 142 500 m² erstreckt sich das Camp in 60 km Entfernung zur syrischen Grenze.

55% der Camp Bevölkerung sind männlich, 45% weiblich, davon sind 37% unter 15 Jahre alt. Im November 2014 gibt es 16 699 Haushalte im Camp und im Durchschnitt werden 2,6 Kinder pro Tag geboren. An insgesamt 10 Haupt- und 99 Seitenstraßen gibt es unter anderem zwei Krankenhäuser und sieben Schulen. Seit der Gründung des Camps wurden von der UNHCR 12 700 Zelte, 139 948 Decken, 28 387 Küchensets und 27 860 Herde zum Kochen verteilt. 80 Tonnen Abfall werden zweimal täglich von insgesamt sieben Lastwagen abgeholt und entsorgt. Das Camp benötigt 4,5 Megawatt Strom und 2200 Kubikmeter Wasser am Tag. Vier Familien teilen sich eine Toilette und eine Dusche. Das Camp hat sich von einer vorübergehenden Einrichtung zu einer provisorischen Stadt mit dauerhaften Bewohnern entwickelt. Welcome to REFUGEE REPUBLIC.

Es ist wirklich interessant sich durch die verschiedenen Routen der Seite zu scrollen. Man sieht wie aus Zelten Häuser entstanden sind, wie Männer beten, wie Kinder Vögel als Haustiere verkaufen, wie es im Inneren eines Zeltes ausschaut, wie Menschen eine Hochzeit vorbereiten, wie ein Tuk Tuk geschmückt und ausgestattet ist und dass es im Camp auch einen Kummerkasten gibt.

Die Seite wurde unter anderem ausgezeichnet mit dem Europäischen CIVIS Online Medien Preis, mit dem Niederländischen Design Award, dem Spin Award Next TV & Film und dem DDG Award für digitales Storytelling. Es gibt auch eine Facebook Seite zur REFUGEE REPUBLIC.

Jan Rothuizen, Martijn van Tol und Dirk Jan Visser haben ganze Arbeit geleistet und gemeinsam ein Werk geschaffen, das uns hier das Leben der Menschen in Camp Domiz etwas näher bringt.

Bildquelle(n): © refugeerepublic.submarinechannel.com / screenshot

Autor: Kati Husemann

designer, networker, online- und social media enthusiast

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