MuK-Blog der SRH Fernhochschule – The Mobile University

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Web 2.0

Web 2.0 – Was heißt das eigentlich?

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Web 2.0 ist seit Jahren in aller Munde. Doch was ist dieses Web 2.0 überhaupt? Wie wird es definiert? Was ist der Vorläufer des Web 2.0 und gibt es schon einen Nachfolger?

Geschichte Internet

Begonnen hat alles 1958 mit Gründung der ARPA (Advanced Research Projects Agency). Mit ihr wollte die USA wieder die Vormachtstellung in der Raumfahrtindustrie zurück erobern. Bis 1966 baute die APRA ein Netz an Großrechnern bei den namhaftesten amerikanischen Universitäten auf die untereinander verbunden waren um Informationen auszutauschen. Zu den Universitäten stießen nach und nach auch Firmen hinzu. 1974 wurde vom Mathematiker Robert Kahn das TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) entwickelt, das als Übersetzungsprogramm der bislang zumeist isolierten Netzwerke diente und bis heute noch gültig ist. 1989 entwickelte Timothy Berners-Lee ein Programm, dass es möglich machte Daten eindeutig auf anderen Rechnern zu identifizieren und untereinander zu verlinken. 1993 wird der erste Internetbrowser Mosaic im Genfer Kernforschungszentrum CERN erfunden und bis 1996 sind bereits mehr als 16 Millionen Rechner im Netz unterwegs. Stand 2014 gibt es weltweit 2,925 Milliarden Internetzugänge.

Entwicklung

Web 0 (Mitte der 80er bis Mitte 90er Jahre)

Das Internet wurde im Web 0 hauptsächlich zum Emailversand und zum Datenaustausch benutzt. Das Militär und Forschungseinrichtungen waren die Hauptnutzer des neuen Mediums. Wirtschaftliche Interessen oder gar private Nutzer die sich mit Ihrer Seite selbst verwirklichten waren noch nicht vorzufinden. Die Programmierung war noch sehr aufwändig und es handelte sich um eine reine Einwegkommunikation. Die Gestaltung war sehr technisch ausgerichtet und rein informativ.

Web 1.0 (Mitte der 90er bis 2005er Jahre)

Mit dem sprunghaften Anstieg der Nutzer änderten sich auch die Anforderungen an das Internet. Unternehmen und Institutionen entdeckten es als Präsentationsplattform und auch vermehrt Privatpersonen begannen ihre eigene Homepage online zu stellen um sich oder ihre Interessen online zu präsentieren. Statische Websites wurden dynamisch (CSS Programmierung). Online-Shops, E-Commerce und Diskussionsforen wurden geboren und prägten diese Epoche des Web 1.0. Markant für diesen Zeitraum sind die kleinen animierten Bilder im Dateiformat .gif die gerne als Emailsymbol oder @Zeichen verwendet wurden.

Web 2.0 (Ab 2005er bis 2016)

Das Web 2.0 wurde 2005 erstmalig von Tim O’Reilly als solches bezeichnet. Sieben Grundprinzipien charakterisieren diese neue Art der Kommunikation und der Nutzung.

  • das Web als Plattform,
  • die Nutzung kollektiver Intelligenz,
  • datengetriebene Plattformen,
  • Abschaffung des Software-Lebenszyklus („Perpetual Beta“),
  • leichtgewichtige Architekturen,
  • Geräteunabhängigkeit und
  • Benutzerführung mit reichhaltigen Benutzeroberflächen.

Somit dürfte klar sein, dass das Web 2.0 keine bestimmte Programmierung oder eine bestimmte Anwendung ist, vielmehr ist es ein Nutzerverständnis das diese Ära kennzeichnet. Die Kommunikation findet in alle Richtungen statt. Nutzer interagieren mit Websites und untereinander. Das Ziel von Unternehmen ist nunmehr nicht mehr einfach nur Produkte zu verkaufen und sich zu präsentieren sondern dem Benutzer ein Erlebnis zu bieten. Die Benutzer formen das Internet selbst und lenken durch die gewachsene Social Web Kultur die Entwicklung des Internets in eine Richtung, die nur schwer vorhersehbar ist und geprägt wird durch weltweite Geschehnisse. Begriffe die zwingend mit dem Web 2.0 in Verbindung gebracht werden müssen sind Social Media, Content Management Systeme, Shitstorms, Social Tagging, Wiki

Die Zukunft

Web 3.0

Genau genommen ist Web 2.0 schon am Ende seiner zeitlichen Definition und wir stehen am Beginn der Ära des Web 3.0. Gestartet hat diese Entwicklung mit der Mobilisierung der Gesellschaft. 2016 sind weltweit 2,58 Milliarden Nutzer mit ihrem Mobiltelefon im Internet aktiv und es werden stetig mehr. Die Verkaufszahlen von PCs sind seit 2011 auf dem Rückmarsch die Absatzzahlen von Tablets steigen seit 2010 stetig.  Folgende Entwicklungen sollen für das Web 3.0 später prägend werden:

  • Konvergenz von „Web 2.0“ mit dem mobilen Medium,
  • Verbreitung und Reife von Mashups und der Übergang von der Informations-ökonomie zu der Dienstleitungsökonomie und
  • semantische Suche.
  • Komplette Vernetzung über Wareables (anziehbare Technik wie Smartwatch)

Datensammeldienste werden an Bedeutung gewinnen und die Daten werden zentral miteinander verbunden. Daher wird das Web der Zukunft auch das semantische Web genannt. Es wird eine Flut an Daten geben (Big Data) die es zu bewältigen gilt und diese logisch und korrekt miteinander zu verknüpfen, um so die richtigen Schlüsse zu ziehe. Trends werden vorhersehbar und Informationen für jeden schnell verfügbar. Das Netz wird „Intelligent“. Die Zukunft wird zeigen in wie weit diese Intelligenz auch intelligent genutzt wird.

Textquellen:
dadalos-d.org, Dr. Ragnar Müller / Prof. Dr. Wolfgang Schumann, abgerufen am 08.03.2016
webconsulting-stuhec.com, Karolina Stuhec-Meglic,  abgerufen am 08.03.2016
lmz-bw.de, Andreas Konitzer,  abgerufen am 08.03.2016

Videoquelle: youtube, Not in Words

Quelle Beitragsbild: Freeimages.com/Sergio Carracedo

 

Ein Kommentar

  1. Pingback: Die Geschichte der E-Mail - Aufstieg und Zukunft

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