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Agenda Setting, Meinungsmache

Agenda-Setting: Meinungsmache und ihre Folgen

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Agenda-Setting-Forschung als junges Teilgebiet der Kommunikationsforschung

„Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? (…) Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen mit Pulver und Brei. Die Gedanken sind frei! (…) Man kann ja im Herzen stets lachen und schmerzen und denken dabei: Die Gedanken sind frei! (…)“

Doch sind sie es? Sind unsere Gedanken wirklich frei und selbstbestimmt- ein Spiegelbild der Realität oder bloß ein Resultat aus Medienkonsum und Meinungsmache durch Medienunternehmen?  Erscheint es uns nicht als eigenartig, dass diverse Medien parallel dieselben Themen ansprechen und dafür sorgen, dass sie in aller Munde sind? Sind die Redaktionen der Medienunternehmen als Meinungsführer tätig, die unsere Gedanken aus Eigeninteresse in eine ganz bestimmte Richtung leiten, nämlich in diese, die ihnen den größten ökonomischen Erfolg bringen? Oder ist die „Wahrheit“ nur von wenigen Medien-Polypolisten konstruiert?

Wenn wir glauben, was wir zu wissen glauben und doch nichts wissen! Glauben wir dann richtig? 

1992 begann sich der Publizist Walter Lippmann mit seinem Werk „Public Option“ eben diesem Themenfeld- dem Zusammenhang zwischen der äußeren Welt und dem Bild in unseren Köpfen zu beschäftigen. Er gestand den Massenmedien eine Vermittlerrolle zu, die zwischen den real geschehenen Ereignissen und den hieraus resultierenden Bildern in den Köpfen der Menschen besteht.

Im Jahr 1948 wurde von Harold D. Lasswell die Frage nach dem Verhältnis zwischen Medien und Öffentlichkeiten konzipiert, heute als Lasswell- Formel bekannt. Erwähnte Formel besagt, dass der Journalist (Kommunikator) über einen Kanal (Medium) mit einem Publikum (Rezipienten) kommuniziert.

 „Who says what to whom via which channels and with what effect?“ , so Lasswell.

Die Wissenschaftsdisziplin Agenda-Setting-Forschung wurde 1972 von Maxwell E. McCombs und Donald L. Shaw initiiert. In der gemeinsamen“Chapel-Hill-Studie“ wurde der Begriff Agenda-Setting erstmals verwendet. Die Studie wurde der Untersuchung gewidmet, wie Massenmedien die Einschätzung der Relevanz von Themen in den Köpfen der Rezipienten verändern. Die Forscher wiesen erstmals den Agenda-Setting-Effekt nach.

Prinzipiell wird zwischen drei Ebenen des Agenda-Settings unterschieden:

Media-Agenda-Setting ( Tagesordnung der Medien): Untersucht, welche Themen auf der Agenda der Medienunternehmen an die oberste Stelle gesetzt werden. Dies bezieht sich auf Berichterstellende, sowie Berichterstattende Unternehmen. Google zum Beispiel arbeitet mit Algorithmen, die nach Monitoring bestimmte Inhalte zu bestimmten Themen wiedergeben. In diesem Zusammenhang verweise ich auf SEO.

Policy-Agenda-Setting ( Tagesordnung des politischen Lebens): Untersucht, welche Themen auf den Agenden der politischen Berichterstattung stehen. In diesem Zusammenhang spielt die massen-mediale Berichterstattung eine relevante Rolle. Die Verabschiedung neuer Gesetze innerhalb der EU, die Asyl-Problematik oder die wirtschaftliche Situation können hierbei eine Rolle spielen.

Public-Agenda-Setting (Tagesordnung der Öffentlichkeit): Untersucht, welche Themen in der breiten Masse aktuell sind (via Monitoring). Dies kann zum Beispiel Informationen über neue Technologien oder die Verwendung des Geldes zum Hausbau oder den Freizeitverbleib betreffen.

Beispiele für die häufige Wiederholung von „Schock-Schlagzeilen“:

-Der Prozess/die Beschuldigung des Jörg Kachelmann: Springer-Verlag wird zur Zahlung von 635.000 Euro  an Kachelmann verurteilt.

„Die Summe gilt als die bisher höchste in einem solchen Verfahren, liegt allerdings deutlich unter der Summe von 2,25 Millionen Euro, die Kachelmann verlangt hatte. Der Konzern hält einen Großteil der angegriffenen Berichterstattung, die sich über den gesamten Zeitraum des Kachelmann-Prozesses von dessen Festnahme im März 2010 bis zum Freispruch am 31. Mai 2011 erstreckte, für angemessen.“

-Politische Institutionen: AfD/ aktuelle Asyl-Debatte in Europa/ Diskurs über illegale Öl-Politik: Aktuell steht besonders Frauke Petry wegen ihrer öffentlichen Äußerungen zum Asyl-Verfahren im Mittelpunkt der Berichterstattung. Die Medien greifen dieses Thema vermehrt auf, verweisen jedoch häufig auf ein bestimmtes Interview, um die Interessen der Partei darzulegen.

Frau Petry wird zum medial-öffentlichen Sündenbock der Partei auserkoren, dabei steht sie nicht alleine mit ihrer“Meinung“ dar. Ich möchte explizit darauf hinweisen, dass die AfD nicht meiner persönlichen Ansicht entspricht und ich mich von dieser politischen Ausrichtung stark distanziere. In diesem Artikel geht es einzig und allein um die mediale Agenda von (politischen) Themen.

Fazit:

Können wir uns davon freisprechen jeden Tag durch die Medien beeinflusst zu werden ohne dass sie unsere Sicht auf die Realität prägen? Sind wir wirklich frei denkende Individuen- denken wir an das, was wir selbst möchten- oder sind wir bloß Marionetten im Triebwerk eines Gesamtgefüges?

 

Zum Weiterlesen: Agenda-Setting- Nur eine Hypothese?

 

Bildquelle(n): © pixabay.de

Textquelle(n): SpringerLink, Arens, M.: 2016, abgerufen 06.05.2016

Textquelle(n): Faz.net.de: 2016, abgerufen 06.05.2016

Textquelle(n): YouTube: Jung, T.: 2016, abgerufen 06.05.2016

Textquelle(n): faz.net.de: 2016, abgerufen 06.05.2016

Textquelle(n): grin.com: 2016, abgerufen 06.05.2016

 

 

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