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Biancoshock’s Projekt „Web 0.0″

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Der Street-Art-Künstler Biancoshock ist dafür bekannt, seine Ideen und Projekte für eine begrenzte Zeit an einem bestimmten Ort umzusetzen und diese dann auf Fotos, Videos und im Internet zu präsentieren und sie so zu verbreiten.
Dem italienischen online-Portal vocidicetta.it erklärte er, dass er durch seine Projekte aktuelle Lebenswirklichkeiten widerspiegeln wolle. Weiter bringe er die Betrachter zuerst zum Schmunzeln und Staunen, um ihnen dann sein eigentliches Anliegen zu präsentieren.

Genauso bei seinem Projekt „Web 0.0“.

Geographischer Mittelpunkt seines Projekts „Web 0.0“ ist der kleine italienische Ort namens Civitacampomarano. Dieses Örtchen in der italienischen Region Molise in den Apenninen hatte einst über 3.000 Einwohner!
Heute sind es allerdings nur noch knapp 400 Menschen, die dort leben. Davon sind die meisten älter als ein halbes Jahrhundert und ohne Internet aufgewachsen; die jungen Menschen hat es längst in die nächste Stadt gezogen. Viel Besucherverkehr lässt sich nicht verzeichnen – auch nicht wegen dem mittelalterlichen Schloss, welches als Hauptattraktion in dem Örtchen gilt, oder dem jährlich stattfindenden Fest des Schutzpatrons Liberatore. Internet haben die wenigsten Einwohner in dem 520 Meter hoch in den Bergen gelegene Örtchen.

Für Biancoshock ist dieses Dörfchen der perfekte Ort für sein Projekt!

Der mailändische Künstler verwandelte Civitacampomarano zeitlich begrenzt in ein real existierendes Internet. Mit „Web 0.0“ transportierte er alle für Web-Nutzer unverzichtbare Institutionen zurück ins wirkliche Leben:

  • Der dortige Supermarkt ist Ebay,
  • die Telefonzelle, mit welcher Botschaften übermittelt werden können, ist WhatsApp,
  • auf der Holzbank findet der Chat via Twitter statt,
  • der Briefkasten symbolisiert Googlemail,
  • der zentral gelegene Aushangkasten ist Facebook und
  • die Dorfälteste mit ihrer Weisheit und Lebenserfahrung personifiziert Wikipedia und co.

Das italienische Dorf ist dem Internet verfallen ohne dabei Netz zu haben.

Das Video zum Projekt „Web 0.0“:

Videoquelle: YouTube: Biancoshock

Biancoshock’s Intention, die mittels seines Projektes transportiert werden soll, ist die Vereinsamung des Einzelnen in der Gesellschaft durch das unpersönliche und anonyme Internet. Und dafür konnte der Künstler keinen passenderen Ort als das langsam sterbende Civitacampomarano finden.

Ich persönlich finde dieses Projekt witzig und Biancoshock hat sein Ziel erreicht und zumindest mich zum Schmunzeln gebracht.
Auch ich teile seine Meinung, dass durch das Internet das persönliche Miteinander leider mehr in den Hintergrund gerückt ist; hierüber hatte ich schon im Artikel „Am Essenstisch gilt bei mir Handyverbot“ geschrieben.
Ein spannender Gedanke wäre die Reaktion der ganz jungen Generation. Ob sie auch darüber schmunzeln und nachdenklich werden (würde)…?!
Immerhin wachsen sie heutzutage mit zunehmend vernetzten Technologien auf und messen der persönlichen Kommunikation vielleicht gar keine so große Bedeutung mehr zu, wie wir es allgegenwärtig tun…

Textquelle: Berliner Morgenpost, Bau, W.: 2016, abgerufen am 16.07.2016
Bildquelle: © pixabay.com / ein Bild von blickpixel

Autor: Norine Palme

"Das Leben ist immer so wie man es sieht!"

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