Bindestriche

Trennung ohne Hindernisse – so setzt man Bindestriche richtig

In der Typografie kommen Bindestriche, neben Anführungs- und Leerzeichen, häufig zum Einsatz. Da sollte man doch meinen, dass jeder der sie nutzt damit umzugehen weiß. Doch weit gefehlt. Denn sie gelten als die Satz- und Wortzeichen, die am häufigsten falsch eingesetzt werden.

Damit Ihr ab sofort die kleinen aber feinen Unterschiede kennt und zugleich in eurer nächsten Hausarbeit auch typografisch up to date seid, gebe ich euch jeweils einen kurzen Überblick. In dem heutigen Artikel erfahrt ihr alles rund um typografische Striche und wann sie eingesetzt werden.

Divis oder auch Bindestriche

Der Divis, besser bekannt als Bindestrich, wird für Worttrennungen oder Ergänzungen genutzt. In der Deutschen Sprache kommt er durch zusammengesetzte Substantive daher häufiger zum Einsatz. Ein Bindestrich kann auch dann gesetzt werden, wenn drei gleich klingende Buchstaben aufeinandertreffen und dadurch die Lesbarkeit erleichtert wird. Ganz klassisch ist er natürlich jedem bekannt als Strich der am Zeilenende kennzeichnet, dass eine Silbe getrennt wird und in der nächsten Zeile weiter geht. Gesetzt wird er dabei immer ohne Leerzeichen. Auf eurer Tastatur findet ihr ihn neben der Shift-Taste.

Vor- und Nachname
05-02-2020
US-amerikanisch
• Dietrich-Bonhoeffer-Straße
• Tee-Ei
• die 2-jährige Schwester

Gedankenstriche

Wie der Begriff es schon vermuten lässt ist der Gedankenstrich dazu da, um einen eingeschobenen Gedanken innerhalb eines Satzes zu kennzeichnen. Er kann dabei also das Komma bei einem eingeschobenen Nebensatz oder einfach Infos in einer Klammer ersetzen. Dadurch erhält der Leser nicht nur eine Sprechpause – die man zum Luftholen braucht – sondern dem Text wird ein überraschender Ausdruck verliehen. Das Besondere an ihm: der Gedankenstrich ist doppelt so lang wie der Bindestrich.

• Ich kam, sah – und siegte
• Auto – Motor – Sport
• Natürlich – wie konnte es anders sein – hat der Student zu spät mit dem Lernen angefangen

Als weitere Einsatzgebiete kann der Gedankenstrich auch als „Bis-Strich“ verwendet werden. Oder bei Geldbeträgen anstelle der Nullen sowie als Minuszeichen. Auch als Spiegelstrich bei Aufzählungen kann er zum Einsatz kommen. Und genau hier entsteht meist die Verwechslungsgefahr! Denn wir erinnern uns: Bindestriche werden immer ohne Leerzeichen gesetzt. Der Gedankenstrich hingegen wird – je nach Einsatzgebiet – mal mit und mal ohne Leerzeichen versehen.

Als  "Bis-Strich":
• von 10–15 Uhr
• von A–Z

Bei Zahlen:
10,–
• –3°C
• 5 – 3 = 2 (hier wird ein Leerzeichen vor und hinter dem Minus gesetzt)

Als Aufzählungszeichen:

– Variante 1
– Variante 2
– Variante 3

Erzeugen könnt ihr den Gedankenstrich auf der Windows-Tastatur über [Strg] + [–]. An einem Mac ist es [alt] + [–].

Unterstriche

Der Unterstrich wird in der modernen Typographie immer beliebter und wichtiger. Ursprünglich stammt er aus der Programmiersprache. Doch in unserem zunehmend digitalen Zeitalter taucht er auch mal in unserem Alltag auf. Beispielsweise als Kennzeichnung von Dateien innerhalb einer Dateistruktur. Der Unterstrich ist aber auch ein Hilfsmittel für die geschlechtergerechte Schreibweise. Positioniert wird er dabei zwischen dem Wortstamm und der weiblichen Endung.

Um einen Unterstrich zu setzen müsst ihr auf der Windows- und Mac-Tastatur [shift] + [–] drücken.

• Dateiname_Version_1.png
• Student_innen

Auch wenn sich alle Strich nur in ihrer Länge bzw. Position unterscheiden, kann man festhalten: „Strich ist nicht gleich Strich“ und es ist alles andere als egal, welchen man verwendet.

Quellen: typolexikon.de | typefacts.com | wortladen.com
Bild: © Jana Kallbach (02/2020)

Jana Kallbach

Jana Kallbach

Jana entschied sich, nach dem Abitur und Ihrer Ausbildung in einer klassischen Werbeagentur, für ein aufbauendes Studium an der SRH Riedlingen. Derzeit arbeitet Sie in der Marketingabteilung eines mittelständischen Unternehmens und ist für die Koordination von Branding und Printmedien zuständig. Durch Ihre Begeisterung für Grafik und Design widmet sie sich im MuK-Blog bevorzugt Themen, die die Medienbranche bewegen.