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Emojis – Eine Bereicherung der Schriftsprache

Sie sind bunt, vielfältig und kommen vor allem im elektronischen Schriftverkehr zum Einsatz. Eine Kommunikation ohne Emojis ist für viele unvorstellbar geworden. Und um ganz ehrlich zu sein, doch auch nur halb so lustig! Anlässlich des heutigen Welt-Emoji-Tag wollen wir einmal einen genaueren Blick – aus Sicht der Kommunikationauf die kleinen Bildchen werfen.

Der internationale Durchbruch gelang den Emojis 2010, durch Ihre Aufnahme im Unicode-Zeichensatz. Dieser stellt sicher, dass die schriftliche Kommunikation unabhängig vom jeweiligen Betriebssystem, Endgerät oder Schriftart einheitlich dargestellt wird. Mittlerweile gibt es kaum eine Gefühlslage, Mimik oder Gestik, die nicht mit einem Emoji dargestellt werden kann.

In einem direkten Gespräch ist durch den Einsatz von Mimik und Gestik meist klar, wie etwas gemeint ist. In der digitalen Kommunikation z.B. per WhatsApp ist das schon schwieriger. Dies wird spätestens sichtbar, wenn Ironie zum Einsatz kommt. Außer natürlich man kennt sein imaginäres Gegenüber so gut, dass man selbst beim Lesen den gemeinten Wortlaut hört. Doch in der Regel stellt das geschriebene Wort viel Spielraum für eigene Interpretationen dar. Und somit auch für Missverständnisse, denn die meisten Texte ähneln häufig einer persönlichen Unterhaltung.

Ein Emoji sagt mehr als tausend Worte

Wir nutzen Emojis also vor allem in der interaktiven Kommunikation, wenn wir mit Freunden oder Familie schreiben. Sie sollen dazu beitragen eine Aussage z.B. durch ein lachendes Gesicht zu kommentieren, mit einem Daumen nach oben Zustimmung zu zeigen oder zu verdeutlichen wie das Geschriebene gemeint ist. Dabei lässt sich beobachten – getreu nach dem Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, dass auch ein lachendes oder weinendes Emoji oft mehr ausdrückt als ein ganzer Wortschwall.

Emojis sind dabei weitaus vielfältiger als Emoticons. Ihr Funktionsspektrum reicht vom Ausdruck von Gefühlslagen, über Gegenstände, Tätigkeiten und viele andere Objekte hinaus. Doch nur weil das geschriebene Wort mit Hilfe eines Piktogramms unterstrichen werden kann, sind Missverständnisse dadurch nicht automatisch vorgebeugt. Zwar kann man jedem Emoji eine eigene Bedeutung zuschreiben. Nicht selten wird die wirkliche Bedeutung aber erst im jeweiligen Kontext klar. Zudem werden in anderen Kulturen die Bildzeichen oft anders interpretiert, was zu Uneinigkeiten in der Verwendung führen kann.

So wird der „Zwinker-Emoji“ häufig als Provokation gedeutet, anstatt als neckischer Flirt oder Ironie. Auch bei den beiden aneinander gelegten Händen gehen die Meinungen auseinander. Die einen sehen darin eine betende Geste, für jemand anderen ist es ein „High Five“. Ein Beispiel für kulturelle Unterschiede zeigt sich am „Sleepy Face Emoji“: ein Gesicht mit geschlossenen Augen, geöffnetem Mund und einem blauen Tropfen auf Höhe der Nase. Im europäischen Kulturkreis wird das Emoji eher in traurigen Situationen genutzt. Da viele Emojis aber an die Bildsprache japanischer Manga-Animes angelehnt sind, soll das Emoji eine schlafende Person darstellen.

Phänomen im Sprachgebrauch

Häufig entwickeln sich innerhalb des Freundeskreises ganz eigene Zeichencodes, in dem die bevorzugten Zeichen besonders häufig verwendet werden und die dahinter steckende Bedeutung klar ist. Und mal ehrlich, wer sich die Mühe macht seine Nachricht durch ausgewählte Piktogramme zu bereichern, kann nur als aufmerksamerer Gesprächspartner wahrgenommen werden. Denn Emojis lockern jede Nachricht auf und bieten zusätzlich die Möglichkeit Stimmungen, Gefühle und Hinweise zum Ausdruck zu bringen. Denn ein Smiley das nachdenklich aussieht ist schnell gefunden – der Einsatz einer Person die ahnungslos die Schultern nach oben zieht, bedarf schon einer intensiveren Suche.

Trotz alledem kann eine Konversation nicht nur aus Piktogrammen bestehen. Sie sind zwar eine Bereicherung für die Schriftsprache, können aber bei komplexeren Sachverhalten nicht mithalten. Denn die kleinen Bilder bieten bei weitem nicht die Ausdrucksmöglichkeit, wie das geschriebene Wort. Und wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, dem ist mit einer klassischen Unterhaltung unter Freunden bestens beraten.

Anlässlich des heutigen Welt-Emoji-Tages folgen nun noch ein paar Fun Facts:

🇯🇵 Emoji stammt aus dem ­Japanischen und bedeutet Bildschriftzeichen

📱 Die Piktogramme sind seit 2011 auf allen iPhones und seit 2013 auf allen Android-Geräten verfügbar 

🔝 Das beliebteste Emoji der Welt ist: 😂 – das Gesicht mit den freudigen Lachtränen

➡️ Es gibt insgesamt 3.019 verschiedene Emojis
Allein in diesem Jahr sind 117 neue Symbole hinzukommen, die unter anderem die gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln. Darunter geschlechterneutrale Piktogramme und der Klimawandel

📅 Den heutigen Ehrentag hat der Australier Jeremy Burge ins Leben gerufen. Und er fällt nur auf den 17. Juli, da das allgemein verbreitete Kalender-Emoji genau dieses Datum zeigt 

Quellen: blog.emojipedia.org | brandwatch.com
researchgate.net; Jenseits des Alphabets – Kommunikation mit Emojis
Bild: © Jana Kallbach (07/2020)

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Jana Kallbach

Jana Kallbach

Jana entschied sich, nach dem Abitur und Ihrer Ausbildung in einer klassischen Werbeagentur, für ein aufbauendes Studium an der SRH Riedlingen. Derzeit arbeitet Sie in der Marketingabteilung eines mittelständischen Unternehmens und ist für die Koordination von Branding und Printmedien zuständig. Durch Ihre Begeisterung für Grafik und Design widmet sie sich im MuK-Blog bevorzugt Themen, die die Medienbranche bewegen.