OnlyFans – weiterhin pornografische Inhalte?

Es ist in aller Munde: bei OnlyFans geht es hin und her. Ob man nun die Seite schon einmal besucht hat oder nicht, jeder weiß so ungefähr, welche Inhalte diese Plattform liefert. Und in den letzten zwei Wochen gab es viel Diskussion und ein Hin und Her der Onlineplattform.

Was ist OnlyFans?

OnlyFans ist eine Onlineplattform, auf der Texte, Bilder und Videos kostenpflichtig angeboten werden können. Die „Content Creator“ haben hier freie Wahl, jedoch ist die Plattform besonders für ihre pornografischen Inhalte bekannt. Nutzer bezahlen, anders als bei bekannten Plattformen wie YouTube oder Instagram, ein Abonnement. Dieses ermöglicht ihnen das Aufrufen aller Inhalte des Creators. Die Onlineplattform hat ihren Sitz in Großbritannien und bereits mehr als 130 Millionen NutzerInnen sowie zwei Millionen Content Creator.

SexarbeiterInnen wird mit der Plattform eine „einfache Geldquelle“ geboten. Unabhängig von Geschlecht und Aussehen kann hier eine große Fangemeinde und somit zahlende NutzerInnen aufgebaut werden. Die Content Creator sind frei in ihrer Entscheidung, wann und besonders welchen Content sie ihren Fans bieten.

Mehr Strenge bei sexuellen Inhalten

Vor gut einer Woche kam der Schock für viele AnbieterInnen von/bei OnlyFans: Das Webportal gab die Änderung von Inhaltsrichtlinien bekannt. Betroffen davon ist der sexuelle Inhalt der Plattform. In der Erklärung des Londoner Unternehmens heißt es, „sexuell explizites Verhalten“ sei ab dem 01.10.2021 nicht mehr gestattet. Für viele Creator ein harter Schlag. Denn die Plattform hat eine Marktlücke gefüllt, die ihr großes und schnelles Wachstum eingebracht hat. Creator haben entsprechend auf die Ankündigung reagiert und bekannt gemacht, auf andere Plattformen zu wechseln, die ein solchen Content weiterhin erlauben. Doch sei ein solcher Wechsel mit einem hohen Aufwand verbunden, denn dort müsste die Fangemeinschaft neu aufgebaut werden. Entsprechend groß war der Frust vieler Creator.

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Quelle: OnlyFans, Twitter

Den Schritt weg der pornografischen Inhalte begründet OnlyFans wie folgt:

»Um die langfristige Nachhaltigkeit der Plattform zu gewährleisten und weiterhin eine integrative Community von Creatorn und Fans zu beherbergen, müssen wir unsere Inhaltsrichtlinien weiterentwickeln«

Der Spiegel

Doch nicht nur die Gewährleistung der Nachhaltigkeit sei Grund für die neuen Richtlinien. Die Rede ist von „Banken“. Denn diese fürchten, dass mithilfe der angebotenen Zahlungsmethoden strafbare Inhalte, bspw. in Pornografie maskierte Gewalt, finanziert werden könnte.

»Was die Änderung unserer Richtlinien angeht: Wir hatten keine Wahl – die kurze Antwort lautet Banken«

Der Spiegel

Was genau der Grund für die neuen Richtlinien ist, scheint demnach nicht ganz klar. Eindeutig ist jedoch, dass diese Änderung zu einem großen Aufruf der Creator und auch vieler NutzerInnen geführt hat.

Doch keine neuen Richtlinien?

Knapp vier Tage nach Bekanntgabe der Einführung von neuen Richtlinien gibt es wieder Neuigkeiten des Londoner Unternehmens.

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Quelle: OnlyFans, Twitter

Also bleibt jetzt doch alles beim Alten? Die Antwort ist ja. Laut der New York Times spricht das Unternehmen davon, dass es Signale von Partnern im Bankenbereich gegeben habe, die es möglich machen, die neuen Inhaltsrichtlinien vorerst nicht in Kraft zu setzen. Doch ob das tatsächlich der wahre Grund für das Rückrudern des Unternehmens ist, wird in den sozialen Medien stark diskutiert. Denn die Ankündigung auf Twitter kam in dem Moment, wo viele Creator bereits auf andere Plattformen umgestiegen sind. Und viele Creator bleiben skeptisch. Denn der Post auf Twitter verspricht bisher nur eine Aussetzung bzw. Verschiebung der neuen Richtlinien. So ist zu erwarten, dass die bekannt gemachten Inhaltsrichtlinien in absehbarer Zeit doch umgesetzt werden könnten.

Lisa Hauck

Schreiben fiel Lisa schon immer leicht. Bereits in der Schule konnte sie sich Texte aus dem Ärmel ziehen. Doch mit Beginn des Bachelors in Agrarwissenschaften förderte sie zunächst eine andere Leidenschaft. Erst bei einem Praktikum in einer Werbeagentur für den Agrarbereich flammte die Liebe zum Schreiben wieder auf. Der Vorteil: Die Agentur ist auch als Redaktion aktiv – ein Glücksgriff. Um die Praxis mit Theorie zu unterstützen, hat sie sich für den Studiengang an der SRH entschieden.