Der Astrologie-Hype in den sozialen Netzwerken

Auf TikTok wird in den Kurzvideos auf die verschiedenen Sternzeichen eingegangen, Memes dazu überschwemmen Instagram und von Spotify wurde ein eigener Podcast veröffentlicht. Aber woher kommt der Hype um die Astrologie und warum trenden Horoskope aktuell so stark?

In diesem Beitrag geht es um die westliche Astrologie.

Astrologie-Content boomt. Aber warum gerade jetzt?

Die Corona Pandemie hat bei vielen jungen Menschen zu Unsicherheit und Isolierung geführt. Diese Generationen (Millennials, Generation Z) verbrachten in der Pandemie mehr Zeit im Internet und suchten dort nach Halt. Eine Studie von aus den Philippinen stellte fest, dass bei diesen jungen Generationen ein hoher Stressfaktor existiert. Dieser wurde besonders durch die Pandemie und andere Ereignisse im Jahre 2020/2021 wie z.B. die Präsidentschaftswahl in Amerika gefördert. Die Astrologie gibt in Zeiten dieser Unsicherheit und, bei den jungen Menschen die Sorge von Kontrollverlust, besonderen Halt. Horoskope geben demnach Orientierung und vermeintlich Kontrolle.

Woher kommt die Tradition der Horoskope?

Die Astrologie findet ihren Ursprung bereits ca. 700 v. Chr. bei den Babyloniern. Diese hatten schon die Tierkreiszeichen (Was ist das?) festgelegt. Die Babylonier entwickelten unter dem Einfluss der Griechen die Sternendeutungskunst weiter und lasen das Schicksal Einzelner aus den Sternen ab. Diese Kunst wurde von den Griechen verfeinert. Nachdem die Römer die Griechen 200 v. Chr. unterwarfen, übernahmen diese die Sternendeutungskunst der Griechen. Kaiser planten ihre politischen Aktionen nach den Sternen und Astrologen besaßen ein hohes Ansehen. Mit Beginn des Christentums schwand das hohe Ansehen der Astrologie. Im Mittelalter spaltete sich Astrologie und Astronomie. Als Wissenschaft wurde die Sternendeutung nicht anerkannt und bleibt bis heute im Bereich des Mystischen angesiedelt.

Welcher Content wird aktuell veröffentlicht?

Podcast

Spotify veröffentlichte im Sommer 2020 den Podcast „Dein Tag“. Nachdem dieses Spotify Original in den USA einen regelrechten Boom verzeichnen konnte, wurde es auch in Deutschland veröffentlicht. Hier wird das tägliche Horoskop zu jedem Sternzeichen erläutert. Eine Folge dauert rund drei Minuten.

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YouTube

Auch auf YouTube gibt es mittlerweile ein großes Angebot an Astrologie Content. Als Beispiel habe ich die deutsche YouTuberin Hanna Yoko Astrology genommen. Sie veröffentlich einmal die Woche Informationsvideos rund um die Astrologie. Dort werden mal die einzelnen Sternzeichen behandelt, mal geht es um den idealen Partner zu dem jeweiligen Sternzeichen. Die Videos dauern rund zehn Minuten.

YouTube

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Quelle: YouTube, Hannah Yoko Astrology

TikTok

Sucht man auf TikTok nach dem #astrology gibt es Unmengen an Content. Der Hashtag besitzt rund 24,3 Billionen Aufrufe (Stand 04.09.21). In den meisten Videos werden unterschiedliche Handlungsweisen oder Aktionen mithilfe des Aszendenten (Was ist das?) erklärt. So gibt es z.B. auch Content dazu, welche Haarfarbe je nach Aszendenten am besten geeignet ist.

Der Hashtag #Astrology auf TikTok. / Quelle: eigener Screenshot.

Instagram

Neben den Repostings der TikTok Videos gibt es auf Instagram viele Memes zu dem Thema der Astrologie. Der Hashtag #astrology besitzt 8,8 Millionen Beiträge. Ähnlich wie bei TikTok werden hier unterschiedliche Lebenssituationen mithilfe des Sternzeichen erklärt. Es finden sich jedoch auch Beiträge über das Liebesleben, die Einstellung oder der Verhaltensweisen der jeweiligen Sternzeichen.

Der Hashtag #astrology bei Instagram. / Quelle: eigener Screenshot.

Die Astrologie erlebte in den letzten Jahrhundert immer wieder ein Auf und Ab, verschwand aber nie komplett. Es ist demnach zu erwarten, dass es sich hierbei um einen großen Aufschwung handelt. Die Frage ist, ob der Hype um den eigenen Aszendenten auch noch nach der Pandemie erhalten bleibt.

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Lisa Hauck

Schreiben fiel Lisa schon immer leicht. Bereits in der Schule konnte sie sich Texte aus dem Ärmel ziehen. Doch mit Beginn des Bachelors in Agrarwissenschaften förderte sie zunächst eine andere Leidenschaft. Erst bei einem Praktikum in einer Werbeagentur für den Agrarbereich flammte die Liebe zum Schreiben wieder auf. Der Vorteil: Die Agentur ist auch als Redaktion aktiv – ein Glücksgriff. Um die Praxis mit Theorie zu unterstützen, hat sie sich für den Studiengang an der SRH entschieden.