Ende der Home-Office Pflicht: Was haben wir daraus gelernt?

Mit dem Beginn der Corona Pandemie im Jahr 2020 erlangte das Arbeiten von zuhause immer mehr an Bedeutung. Im Kampf gegen das Infektionsgeschehen wurde immer wieder an Arbeitgeber appelliert, die Mitarbeiter so weit wie möglich ins Home-Office zu schicken. Denn wer zuhause arbeitet, trifft keine weiteren Personen als diese, die im eigenen Haushalt leben. Laut des infas Instituts können rund 56% der Arbeitsplätze zurzeit aus dem Home-Office erledigt werden. So wurde im Januar 2021 eine „Home-Office Pflicht“ beschlossen. Diese legte fest, dass den Mitarbeitern die Arbeit im Home-Office angeboten werden müsse, soweit keine betriebsbedingten Gründe dagegensprechen. Diese Änderung in der Arbeitsschutzverordnung ist nun am 30.06.2021 ausgelaufen.

Wer nutze das Home-Office zu welchem Zeitpunkt?

Laut eines Papers des infas Instituts waren rund ein Drittes der Erwerbstätigen im Home-Office tätig – die komplette Pandemie oder zumindest teilweise. Es zeigte sich der höchste Anteil während der ersten Welle, danach wird von rund ein Viertel der Beschäftigten im Home-Office gesprochen.

Die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt die Auswertung des infas Institutes – auch bei der Umfrage der Stiftung ergab sich der höchste Anteil während der ersten Welle. Über den Sommer 2020 sank die Zahl. Mit dem Lockdown Light im November 2020 arbeiteten erneut mehr Arbeitnehmer im Home-Office. Im Januar 2021 glich der prozentuale Anteil der Arbeitnehmer im Home-Office beinahe dem der ersten Welle.

Arbeitnehmer im Home-Office vor und während der Pandemie. / Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, Statista

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung gibt an, dass Erwerbstätige im Home-Office meist eine größere Wohnung und häufiger einen Garten besitzen. Zudem ist der Anteil der Beschäftigten im Home-Office mit einem hohen Nettoeinkommen stärker vertreten. Zudem zeigt sich, dass solche mit einem Bachelor-, Masterabschluss oder einer Promotion häufiger von zuhause gearbeitet haben, als Personen mit einer Berufsausbildung, einem Meister oder dem Fachhochschulabschluss.

Wie war die Zufriedenheit im Home-Office?

Die DAK-Krankenkasse hat eine Studie veröffentlicht, die die Nachteile des Arbeitens von zuhause erläutert. Während nur wenige angeben, dass die Arbeit im Home-Office durch fehlende Unterlagen etc. erschwert wird, geben ca. 75% den fehlenden Kontakt zu Kollegen als Nachteil an. Zudem ist die Trennung zwischen Privatleben und Beruf für viele schwierig und verschwimmt zu schnell. Ebenso haben viele Befragte das Gefühl der „ständigen Erreichbarkeit“, wenn sie nicht die strikte Trennung durch das Arbeiten im Büro haben. Doch dieser Nachteil wird ebenso als Vorteil gesehen. Denn durch die Arbeit im Home-Office ist die Tagesgestaltung flexibler. Durch diesen Aspekt ist die Vereinbarung von Familie und Beruf bei rund 70% besser.

Das Marktforschungsunternehmen Forsa hat in einer Umfrage zudem die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden untersucht. So klagen viele Beschäftigte über gesundheitliche Probleme wie Rücken- oder Kopfschmerzen. Diese seien vor allem durch einen mangelhaften Arbeitsplatz ausgelöst. Zudem arbeiten 32% der Befragten auch am Wochenende oder abends – trennen demnach Freizeit und Arbeit nicht.

Warum möchten viele Menschen zurück ins Büro?

Die Durchsicht der aktuellen Studien ergibt, dass sich viele Arbeitnehmer einen Mix aus Home-Office und der Arbeit in Präsenz im Büro wünschen. So sollen ca. zwei bis drei Tage von zuhause gearbeitet werden. Die Vorteile der Büroarbeit lassen sich aus den Nachteilen des Home-Office ableiten. So wird der persönliche Kontakt hergestellt. Man kann die Kollegen spontan bei einem Kaffee nach dem Wochenende fragen und der Arbeitsplatz ist häufig besser ausgestattet. Zudem „kommt man raus“, wie es in der Umfrage der DAK heißt.

Weil zuhause 3 weitere Personen leben und arbeiten, die alle ihre Ruhe brauchen. Zudem reicht das Internet nicht für uns alle!!!

Unbekannt – DAK Umfrage S.22

Noch ist die Pandemie nicht vorbei und es können keine klaren Aussagen über die Entwicklungen getroffen werden. Wie sich demnach das Arbeiten von zuhause entwickeln wird, ist unklar. Dennoch hat die Corona-Pandemie einen großen Beitrag hin zum flexiblen Arbeiten geleistet und diesen mit Sicherheit langfristig geprägt.

Lisa Hauck

Schreiben fiel Lisa schon immer leicht. Bereits in der Schule konnte sie sich Texte aus dem Ärmel ziehen. Doch mit Beginn des Bachelors in Agrarwissenschaften förderte sie zunächst eine andere Leidenschaft. Erst bei einem Praktikum in einer Werbeagentur für den Agrarbereich flammte die Liebe zum Schreiben wieder auf. Der Vorteil: Die Agentur ist auch als Redaktion aktiv – ein Glücksgriff. Um die Praxis mit Theorie zu unterstützen, hat sie sich für den Studiengang an der SRH entschieden.