Sundance 2020

Sundance 2020 – So geht Repräsentation und Inklusion in der Filmbranche richtig

Dieses Wochenende ging das Sundance Filmfestival in Utah zu Ende und zahlreiche Filmemacher aus aller Welt wurden wieder einmal für ihre Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme von Jury und Publikum ausgezeichnet. Aber nicht nur der ein oder andere Film hat dieses Jahr alle Erwartungen übertroffen, auch die Organisatoren haben sich mächtig ins Zeug gelegt und ihr Versprechen gehalten: Sundance steht für Repräsentation und Inklusion.

Imagined Futures“ war das diesjährige Thema in Sundance und während andere Festivals und auch die Oskars nur sehr wenige Fortschritte im Bereich Repräsentation und Inklusion zu machen scheinen, läuft Redfords Sundance Institute allen davon – in eine kulturreichere sowie diversere Zukunft des Mediums Film. Und das ganz ohne dem, von vielen gefürchteten, Qualitätsverlust.

Sundance 2020 Repräsentation
©Muk-Blog/Hardt, E. (2020)

Blickt man auf die 128 Hauptfilme im Festival, saßen dieses Jahr bei nahezu der Hälfte (!) Frauen auf dem Regiestuhl. Bei den finanziell erfolgreichsten Filmen 2019 machten Frauen dagegen nur 10,6% aus. 2018 waren es sogar nur 4,8%.

Aber auch ethnische Minderheitsgruppen wurden nicht außer Acht gelassen: Im Wettbewerb für „Bestes U.S. Drama“ waren 56% von nicht-weißer Herkunft. Ein neuer Rekordwert.

Jon Cooper, Leiter des Festivals, merkte zum Thema Repräsentation gegenüber der Associated Press außerdem an: „Wir sehen das wirklich als das neue Jahr der kulturellen Vielfalt an, bei dem die Menschen aufhorchen müssen. Das Publikum hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Sie haben mehr Lust auf etwas Anderes. Nicht nur wegen der Oskars. Das kommt einfach, sind wir mal ehrlich, von der Welt in der wir heutzutage leben. Es ist die Dringlichkeit ausserhalb der alten Normen zu denken.“

Sundance 2020 beweist, dass Repräsentation und Inklusion nicht nur möglich, sondern auch wichtig ist. Denn jeder hat ein Recht darauf sich mit den Charakteren im Film, aber auch den Menschen hinter der Kamera identifizieren zu können. Der Großteil der westlichen Filmbranche hat hier noch einiges an Nachholbedarf, insbesondere das Epizentrum Hollywood. Man kann nur hoffen, dass sie sich ein Beispiel am Sundance Institute nehmen und geschlechtliche Gleichberechtigung und kulturelle Vielfalt in Zukunft keine Außergewöhnlichkeit mehr bleiben. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg.

Eine Liste aller Gewinner des diesjährigen Sundance Filmfestivals könnt ihr hier finden.

QUELLEN: https://www.sundance.org/blogs/2020-women-festival-projects
https://www.indiewire.com/2020/01/sundance-diversity-1202202167/
https://www.nytimes.com/2020/01/31/movies/sundance-best-movies.html
https://www.heraldextra.com/entertainment/movies/sundance/sundance-rolls-out-festival-with-a-focus-on-diversity-inclusion/article_5e69e9e2-5351-5bd8-81f9-103323699d00.html

Emely Hardt

Emely Hardt

Emely Alexandra Hardt entschied sich, dank eines Vollstipendiums, während ihrer Arbeit als Tänzerin und Choreografin, für ein Fernstudium an der Srh Riedlingen. Sie war bereits an internationalen Filmproduktionen, unter anderem mit Oscar Preisträgerin Brie Larson und Donald Sutherland, beteiligt und gründete im Mai 2017 ihre eigene Produktionsfirma "Smart Hardt". Zusätzlich ist sie seit April 2017 in der In-House Produktion der Constantin Film München tätig.