VC:X – So revolutioniert Viva con Agua die Agenturwelt

„Frei von Plastik“, „recycelt“ oder „klimapositiv“ – Die Buzzwords der ökologischen Nachhaltigkeit sind längst in der Werbe- und Kommunikationsbranche angekommen. Themen wie z.B. Diversität, Inklusion oder generell das gesellschaftliche Gemeinwohl finden jedoch nur selten Beachtung. Diese Entwicklung beobachtet auch das Hamburger Social Business Viva con Agua und gründete die soziale Kommunikationsagentur VC:X.
„VC“ steht dabei für das altbekannte „Viva con“ (deutsch: Leben mit), während das „X“ für alles steht, „[…] was dir und der Zukunft gut tut.“, so die Gründerin und Geschäftsführerin Seeda Ahmad-Kreuzer.

VC:X – Die etwas andere Kommunikationsagentur

Von den kommunikativen Herausforderungen unserer Zeit und der eigenen Community getrieben, unterscheidet sich VC:X vor allem in der Gründung als Social Business von klassischen Kommunikations- und Werbeagenturen.
75% der Agentur gehören der Viva con Agua-Stiftung, an die auch sämtliche Gewinne des Unternehmens gehen. 
Darüber hinaus versteht sich VC:X selbst als Plattform für Co-Kreation, die von der Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft und dem Kreativnetzwerk um Viva con Agua herum lebt. Dadurch verfolgt die Agentur einen radikal-modernen Ansatz, der agiles Arbeiten in vielfältigen, projektbezogenen Teams voraussetzt und ermöglicht.

Vc:X - So revolutioniert Viva con Agua die Agenturwelt
Quelle: VC:X auf Instagram

Was treibt das Social Business an?

Sich der Werbung zu entziehen sei heute unmöglich, so Benjamin Adrion (Co-Gründer Viva con Agua). Die Kommunikation und Werbung in der eigenen Agentur soll neu gedacht werden und zwar so, dass sie das Gemeinwohl konsequent vor Augen hat. Darum brauche es laut Arnd Boekhoff (Geschäftsführer VC:X) auch mehr soziale und kulturelle, statt nur ökologische Nachhaltigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit. Ziel der Agentur sei es also, ein Umdenken der Werbe- und Kommunikationsbranche anzustoßen und dabei so viele Werbetreibende und Kreative wie möglich mitzunehmen. Weiter gehe es laut Ahmad-Kreuzer aber auch darum, den Empfänger:innen von Werbung „gedankliche Werkzeuge“ durch zukunftsorientierte und zeitgemäße Kommunikation an die Hand zu geben.

„Die Kraft von Marken und Werbung ist unfassbar. Wir sollten schauen, dass Marken für die Gesellschaft arbeiten und nicht ständig die Gesellschaft für die Marken.“

Benjamin Adrion im Viva con Agua-Podcast

Soziale Werbung – ein Interessenkonflikt?

Kritik für die Gründung einer Kommunikationsagentur kam auch aus der eigenen Viva con Agua-Community. Jedoch würden Haltung und Werte sowohl im eigenen Netzwerk, als auch in der Unternehmens-DNA von VC:X großgeschrieben. Für die Zusammenarbeit mit Kund:innen seien strenge und klare Auswahlkriterien ausschlaggebend, die durchaus zur Ablehnung eines Auftrags führen können. „Nein“ zu sagen gehöre demnach zum Geschäftsmodell von VC:X, ganz unabhängig vom Etat.

„Wir setzen nur Dinge um, hinter denen wir 100%ig stehen können und wollen.“

Seeda Ahmad-Kreuzer im Viva con Agua Podcast

Schlussendlich geht es bei der Gründung der Kommunikationsagentur auch darum, die eigene Blase zu verlassen, um den Impact zu vergrößern. Dazu gehört, laut Michael Fritz (Co-Gründer Viva con Agua), zu begreifen, „[…] dass auch soziale Themen absolut professionelles Handwerk, Marketing und Kommunikation brauchen.“

Quelle Beitragsbild: © Andrin Fretz (v.r.n.l. Michael Fritz, Seeda Ahmad-Kreuzer, Benjamin Adrion)
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Lara Hofmann

Lara sammelte bereits während ihres MuK-Studiums praktische Erfahrungen in der digitalen Kommunikation. Sie wohnt seit einem Jahr in Leipzig und interessiert sich neben ihrem Studium für polarisierenden Themen wie Nachhaltigkeit, Feminismus und Diversität. Daher beleuchtet sie in ihren Artikeln jene medialen Ereignisse, die einen gesellschaftlichen Nerv treffen oder den Wertewandel jüngerer Generationen als Zielgruppe Werbetreibender und Medienschaffender.