Medien

Medien – die vierte Gewalt

Massenmedien gelten als die wichtigste Informationsquelle der Bevölkerung. Ihre Aufgabe besteht darin, an der öffentlichen Meinungsbildung mitzuwirken. Doch was ist, wenn die Informationspflicht der Medien zur Panikmache wird?

 Informations- und Meinungsbildungsfunktion 

Egal ob in Nachrichtensendungen im Fernsehen, über das Radio, in Tageszeitungen oder als Online-News. Fast alles, was wir über die Welt wissen, erfahren wir in den Medien. Denn die wenigsten Ereignisse finden in unserer unmittelbaren Umgebung statt. Daher sind wir auf Medien angewiesen, die uns über Angelegenheiten von allgemeiner Bedeutung im In- und Ausland informieren. Dem Journalismus kommt dabei der rechtliche Auftrag zu, die Gesellschaft allumfassend und aktuell zu informieren, Stellung zu nehmen und Kritik zu üben sowie an der Meinungsbildung mitzuwirken, um schließlich einen Beitrag zur Bildung zu leisten.

Zwischen Informationspflicht und Panikmache

Welchen Einfluss die Medien auf die Bevölkerung haben, zeigt sich gerade ganz gut in den aktuellen Berichterstattungen. Denn seit Wochen gibt es eigentlich nur noch ein Thema: den Coronavirus. Doch auf den Erreger soll hier nicht weiter eingegangen werden. Denn das machen alle anderen ja schon zu Genüge. Viel interessanter ist die Fülle und Vielfalt der Berichterstattung und damit einhergehenden Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.

In einer von Infratest dimap durchgeführten Umfrage zur Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus gaben rund 3 % der Befragten an, sehr große Angst vor einer Ansteckung zu haben. Der Großteil der Befragten äußerte hingegen wenig Angst vor einer Ansteckung. (Quelle: ARD-DeutschlandTREND Februar 2020). Dennoch sind in einigen Supermärkten leere Regale durch Hamsterkäufe zu beobachten. Denn vor lauter Medienpanik decken sich viele mit zusätzlichen Lebensmitteln oder Hygieneartikeln ein. Unverderbliche Lebensmittel wie Konserven und Nudeln sowie Toilettenpapier sind hier hoch im Kurs. Auch von gestohlenen Desinfektionsmitteln aus Krankenhäusern oder Arztpraxen wird berichtet. Ein Wahnsinn wenn man überlegt, dass es dort doch wirklich gebraucht wird!

Die „globale Bedrohung“

Apropos „hoch im Kurs“. Der Aktienmarkt meldet ebenfalls Schwankungen, aber nicht nach oben. Denn der Virus wird von den Börsianern nicht mehr nur als asiatisches Problem eingestuft, sondern als „globale Bedrohung“. Als Globale Bedrohung würde ich eher den Klimawandel betiteln – der nebenbei bemerkt immer noch ein Thema ist – auch wenn er in den Medien gerade wenig Aufmerksamkeit erhält.

Hotels berichten von Stornierungen, weil Großveranstaltungen abgesagt wurden und Fußballspiele finden ohne Zuschauer statt. Die italienische Regierung ordnete sogar eine landesweite Schließung aller Schulen und Universitäten an. Und das bis Mitte März! Am schwersten dürfte es aber die Fans von 007 treffen, denn die Premiere des neuen Bond-Streifen „Keine Zeit zu sterben“ soll aus Rücksichtnahme der öffentlichen Gesundheit auf November verschoben werden.

Keine Panik auf der Titanic

Wie sich die Lage in den nächsten Wochen weiter entwickeln wird ist abzuwarten. Solange man aber weiterhin auf seine Handhygiene achtet, sein Immunsystem stärkt und sich gesund ernährt, sollte sich keine größeren Sorgen machen. Wem die ganzen Apokalypse Szenarien langsam auch zu viel werden, dem empfehle ich noch die App Good News. Ein Nachrichten-Service der Optimismus verspricht. Denn jeden Tag werden hier zur Abwechslung mal nur die wichtigsten guten Nachrichten und lösungsorientierten Beiträge der deutschsprachigen Medien veröffentlicht.

Quelle: bpb.de; presseportal.de; www.finanzen.net;
sueddeutsche.de; zentrum-der-gesundheit.de
Bild: © Jana Kallbach (03/2020)

Jana Kallbach

Jana Kallbach

Jana entschied sich, nach dem Abitur und Ihrer Ausbildung in einer klassischen Werbeagentur, für ein aufbauendes Studium an der SRH Riedlingen. Derzeit arbeitet Sie in der Marketingabteilung eines mittelständischen Unternehmens und ist für die Koordination von Branding und Printmedien zuständig. Durch Ihre Begeisterung für Grafik und Design widmet sie sich im MuK-Blog bevorzugt Themen, die die Medienbranche bewegen.