Ein Jahr Twitter mit Elon Musk – let that sink in

Twitter heißt jetzt jedoch X. Vor genau einem Jahr kaufte Elon Musk die Online-Plattform Twitter für rund 44 Milliarden US-Dollar. Er änderte im Laufe der letzten Monate allerdings nicht nur den Namen des Kurznachrichtendienstes.

Eine von Musks ersten Amtshandlungen waren Entlassungen im großen Stil. Darunter waren viele Mitarbeitende aus der Abteilung der Content-Moderation. Diese Personen kümmerten sich um kritische Inhalte. Gleichzeitig schaffte der Milliardär Sicherheitsmaßnahmen ab, welche die Plattform gegen Hassrede und extreme politische Ansichten einsetzte. Das in Kombination mit der Möglichkeit sich einen blauen Verifizierungshaken kaufen zu können, macht X zu einer komplett neuen Plattform und von dem ursprünglichen Kurznachrichtendienst Twitter ist nicht mehr viel übrig.

Ebenso lies Elon Musk viele Accounts entsperren, welche zuvor durch rassistische, antisemitische, transfeindliche oder gewaltverherrlichende Inhalte aufgefallen waren. Bekannte Beispiele dafür sind die Accounts von Ex-US-Präsident Donald Trump und Rapper Kanye West. Auch der eigene Account von Elon Musk wurde bearbeitet und erhält mehr Reichweite als andere Accounts. Hier hat der Milliardär nicht nur einmal antisemitische Anspielungen gepostet. Gleichzeitig werden Profile von Journalist:innen gesperrt, es gibt eindeutig mehr Spielraum für Hassrede und einige neue technische Funktionen.

Wichtigste Einnahmequelle schrumpft

Die größte Einnahmequelle der ursprünglichen Plattform Twitter bricht unter der neuen Leitung stark ein – viele Unternehmen ziehen sich zurück und schalten keine Werbung mehr auf X. Durch die vermehrte Hassrede, Falschmeldungen und teils rechtsradikalen Inhalte ist die Plattform X nicht mehr attraktiv für Werbekunden. So sind die Werbeeinnahmen innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte eingebrochen. Das trug zu einer starken Wertminderung bei. X soll heute noch einen geschätzten Wert von 19 Milliarden Dollar haben.

User:innen suchen bereits Alternativen

Neben dem Rückgang an Werbeerlösen verzeichnet die Social-Media-Plattform auch einen Rückgang an Nutzer:innen. Laut unabhängigen Analysen sollen die Zahlen der Nutzer:innen um 13 Prozent zurückgegangen sein. Die Plattform selbst und Inhaber Elon Musk haben sich dazu bisher nicht geäußert.

Eine Alternative zu X hat sich für die Mehrheit noch nicht herauskristallisiert. Im Gespräch sind Bluesky, Mastodon sowie Threads. Die Zeit wird es zeigen. Eines kann jedoch mit Sicherheit gesagt werden – auch wenn es das gute alte Twitter nicht mehr gibt, Microblogging wird sich so schnell nicht kleinkriegen lassen.

Quellen:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/digitales/x-twitter-uebernahme-elon-musk-100.html
https://www.zdf.de/nachrichten/digitales/kanye-west-twitter-x-100.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/x-elon-musk-werbeeinnahmen-100.html
https://www.deutschlandfunk.de/twitter-alternative-bluesky-dorsey-statt-musk-100.html

Bilder:
https://pixabay.com/photos/twitter-social-media-media-social-793050/
https://de.freepik.com/vektoren-kostenlos/neues-twitter-logo-x-icon-design_57643024.htm#query=twitter%20x%20logo&position=6&from_view=search&track=ais