Kampf der Streaming-Giganten

Im November sind nun die Streaming-Dienste AppleTV+ und Disney+ (ab 31. März 2020 in Deutschland) an den Start gegangen. Aber was bedeutet die neue Konkurrenz für den Markt, den Verbraucher und die bestehende Filmindustrie?

Preislich unterbietet Apple seine Mitstreiter deutlich mit nur 4,99$/Monat und ist für Studenten, die ein Apple Music-Abo beziehen sogar kostenlos. Momentan gibt es acht eigens für die Plattform produzierte Serienoriginale, wie „The Morning Show“ oder „See“. Disney geht dagegen mit nur sechs Neuproduktionen an den Start, hat jedoch den Vorteil bereits eine große Library an Eigenproduktionen vorweisen zu können und ist mit 6,99$/Monat ebenfalls billiger als Netflix.

Zwar hat Netflix bereits viele erfolgreiche Eigenproduktionen und treue Kunden an sich gebunden, wie sich der Markt entwickelt, wird sich allerdings erst über die nächsten Jahre zeigen, wenn die neueren Anbieter Zeit hatten nachzuziehen. Sowohl Amazon, Apple und Disney haben den großen Vorteil, dass ihre Streaming-Plattformen nicht ihr reines Hauptgeschäft darstellen. Unwirtschaftliche Produktionen können somit leichter verkaftet werden und der Gesamtumsatz definiert sich nur zu einem geringen Teil über den Abo-Preis beim Kunden, der damit konstant und niedrig gehalten werden kann. Netflix hingegen erhöhte erst dieses Jahr seine Monatspreise.

Für den Verbraucher stellt sich in nächster Zeit also die Frage, welche Streaming-Dienste abonniere ich? Was lohnt sich am meisten und hat die beste Preis-Leistung für mich? Konkurrenz belebt eben das Geschäft. Das führt nicht nur für den Konsumenten zu mehr Auswahl, sondern auch zu mehr Jobs für Filmschaffende. Auch in Deutschland ist das Produktionvolumen durch die Streaming-Dienste drastisch angestiegen.

Laut Constantin Film Chef Martin Moszkowicz ist das wohl der größte Umbruch in der Filmindustrie, „seit der Erfindung des Tonfilms Anfang der Dreißigerjahre. Vielleicht ist es sogar die größte Umwälzung, die die Branche jemals erlebt hat. Extrem aufregende Zeiten.“

DIE WELT – erschienen am 22.10.2019

Des einen Freud ist aber auch des anderen Leid – vorallem kleiner Kinobetreiber. Denn Kino lohnt sich für Streaming-Abonnenten immer seltener. Nicht zuletzt hat WarnerMedia, die für ihren Sender HBO Serien wie „Game of Thrones“ produzierten, angekündigt 2020 ebenfalls einen internationalen Streaming-Service herauszubringen. HBO MAX, wie sich der neue Dienst nennen wird, soll im Mai 2020 an den Start gehen. Es bleibt also spannend im Bereich Home-Entertainment und gleichzeitig zu hoffen, dass Kino auch in Zukunft nicht ganz an Relevanz verlieren wird.

QUELLEN:

https://www.apple.com/de/tv/

https://www.disneyplus.com

https://www.spiegel.de/kultur/tv/hbo-max-neue-konkurrenz-fuer-netflix-amazon-apple-und-disney-a-1294048.html

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/netflix-erhoeht-die-preise-in-deutschland-a-1262285.html

https://www.welt.de/kultur/kino/plus202282610/Streaming-Extrem-aufregende-Zeiten.html
Emely Hardt

Emely Hardt

Emely Alexandra Hardt entschied sich, dank eines Vollstipendiums, während ihrer Arbeit als Tänzerin und Choreografin, für ein Fernstudium an der Srh Riedlingen. Sie war bereits an internationalen Filmproduktionen, unter anderem mit Oscar Preisträgerin Brie Larson und Donald Sutherland, beteiligt und gründete im Mai 2017 ihre eigene Produktionsfirma "Smart Hardt". Zusätzlich ist sie seit April 2017 in der In-House Produktion der Constantin Film München tätig.