So war der W&V Green Marketing Day 2021 – Teil 1

Das W&V-Magazin veranstaltete gestern den Green Marketing Day, der bereits das dritte Jahr in Folge stattfindet. Mit dabei waren kleine bis große Brands, wie zum Beispiel das Startup Everdrop, die beiden Fair Fashion Marken Dariadéh und Patagonia, sowie das Telekommunikationsunternehmen Telefónica/o2. 

Der Green Marketing Day 2021 im virtuellen Raum

Auch in diesem Jahr veranstaltet das W&V-Magazin den Green Marketing Day sogar zwei Mal (März und Oktober). Die Auftaktveranstaltung fand gestern digital über die Plattform hopin statt. Unter dem Motto „Vertrauen – der Schlüssel zu den kritischsten aller Kund*innen“ beschrieben insgesamt zehn Speaker die Nachhaltigkeitsstrategien und -kommunikation ihrer Unternehmen. Teilnehmende Besucher*innen hatten im Chat, sowie in zwei Q&A Sessions die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Darüber hinaus gab es einen extra Raum für digitale Speeddatings zum Netzwerken. Moderiert wurde die Veranstaltung von W&V-Chefredakteurin Verena Gründel. 

Transparenz, Vertrauen und Diversität – so wählt DariaDaria ihre Partner*innen

Den Auftakt des Events machte die Influencerin, Unternehmerin und Autorin Madeleine Darya Alizadeh aka DariaDaria. In ihrer Keynote stellte sie ihre Fair Fashion Marke Dariadéh vor und erklärte, nach welchen Kriterien sie Anfragen zu gemeinsamen Projekten und Werbeaufträgen annimmt. Eine der wichtigsten Regeln sei dabei die 80/20 Regel:

„Wenn 80 Prozent der Ressourcen in Kommunikation fließen und nur 20 Prozent in Nachhaltigkeit, Entwicklung, Technologie, dann ist das verkehrt.“

Madeleine Darya Alizadeh in ihrer Keynote zum Green Marketing Day 2021

Aber auch Kriterien wie Transparenz, Vertrauen, Diversität innerhalb der Belegschaft, sowie die Bereitschaft über Fehler und Defizite zu sprechen sind für Alizadeh maßgeblich für die Auswahl von Kooperationspartner*innen. 

„Laut, bunt und ehrlich“ – Insights einer Nachhaltigkeitsberatung

Offizieller Partner des W&V Green Marketing Days 2021 ist die Münchner Kommunikationsagentur Akzente, die sich ebenfalls mit einem Vortrag am Diskurs über grüne Kommunikationsstrategien beteiligte. Nachhaltigkeitskommunikation sei laut Referentin Lisa Reichensperger oft laut, manchmal bunt, aber immer ehrlich. Glaubwürdigkeit und Transparenz bilden dabei die Basis für sämtliche Kommunikation. In der anschließenden Q&A Session machte die Expertin auf die große Bedeutung von strategischen Kooperationen aufmerksam. Außerdem erklärte sie, dass Nachhaltigkeitsbemühungen immer zunächst im Inneren eines Unternehmens beginnen sollten. Schließlich sei das Verständnis und die Definition von Nachhaltigkeit der Mitarbeitenden maßgeblich für die Glaubwürdigkeit der Kommunikation nach außen. 

Wenn Nachhaltigkeit Teil der Unternehmens-DNA ist 

Weitere Vorträge folgten von den Unternehmen Patagonia und Everdrop, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Ersteres Unternehmen ist in der Textil- und Bekleidungsbranche tätig, während sich letzteres mit umweltschonenden Putzmitteln am Markt etablieren möchte. Einen großen gemeinsamen Nenner gibt es jedoch: Beide Unternehmen haben Nachhaltigkeit seit Gründung fest in ihrer Unternehmens-DNA verankert. Für Patagonia ist besonders die Transparenz in punkto Herstellungs- und Lieferketten von großer Bedeutung. Darüber hinaus berichtet Birgit Grossmann (Enviro & Marketing Manager Germany/Austria Patagonia), wie wichtig der Aktivismus für das Familienunternehmen ist.

Quelle: Patagonia – Patagonia Action Works

In seinem Vortrag „Mit nachhaltigen Putzmitteln zum Instagram-Star“ gab der Co-Founder von Everdrop, David Löwe Insights zur Unternehmenskommunikation des Startups. Instagram und Facebook seien laut Löwe aus mehreren Gründen besonders geeignet: Einerseits böten die Social Media-Kanäle die Möglichkeit, Unternehmenswerte zugänglich zu transportieren. Andererseits ließe sich dort die Hauptzielgruppe besonders gut ansprechen, was wiederum den Verkauf fördere. Ganz nach dem Motto „stronger together“ pflegt das Jungunternehmen verschiedene Kooperationen und ist Teil der „Startups for Tomorrow“.

„Das Grün der Anderen ist unser Blau“

Quelle: W&V – Michael Falkensteiner beim W&V Green Marketing Day

Das Vormittagsprogramm des Green Marketing Day 2021 schloss Michael Falkensteiner ab. Der Director Brand & Marketing Communications bei Telefónica/o2 Deutschland machte direkt eines klar: „Der größte Co2-Binder sind die Meere, nicht die Wälder“. Dementsprechend macht es sich das Unternehmen zur Aufgabe, das Blau unseres Planeten zu schützen. Die Schritte, die die Marke seit Jahren in Richtung Umweltschutz unternimmt sind aber für die Kund*innen nahezu unsichtbar. Bedarf und Bedürfnis nach Klima- und Umweltschutz gäbe es jedoch auch in der Telekommunikationsbranche, so Falkensteiner. Sein Ziel: Das Unternehmen nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien weiterzuentwickeln und diese Arbeit für Stakeholder transparent und zugänglich zu gestalten. Das alles unter dem Motto „Let’s keep the planet blue“.

Nach fünf spannenden Beiträgen und einer Q&A Session war die Hälfte des W&V Green Marketing Day 2021 geschafft. Wie es am Nachmittag weiterging und welche Speaker noch die virtuelle Bühne betraten, erfahren Sie in Teil 2.

Quelle Beitragsbild: Screenshot W&V Soundcloud Profilbild
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Lara Hofmann

Lara Hofmann

Lara sammelte bereits während ihres MuK-Studiums praktische Erfahrungen in der digitalen Kommunikation. Sie wohnt seit einem Jahr in Leipzig und interessiert sich neben ihrem Studium für polarisierenden Themen wie Nachhaltigkeit, Feminismus und Diversität. Daher beleuchtet sie in ihren Artikeln jene medialen Ereignisse, die einen gesellschaftlichen Nerv treffen oder den Wertewandel jüngerer Generationen als Zielgruppe Werbetreibender und Medienschaffender.