„KLIMA° vor acht“: Klimaberichterstattung zur Primetime

Wie schnell die Öffentlich-Rechtlichen auf eine Krise reagieren können, haben sie während der COVID-19 Pandemie gezeigt. Sondersendungen sowie tagesaktuelle Zahlen und Erkenntnisse finden vor, nach und während der Tagesschau, also zur besten Sendezeit statt. Damit leisten die Sender der ARD einen wesentlichen Beitrag zur Krisenbewältigung. Berichterstattung und Aufklärung zur Klimakrise hingegen findet laut dem „KLIMA° vor acht“ e.V. nur unzureichend statt.

Was steckt hinter dem Projekt „KLIMA° vor acht“?

Die Initiative „KLIMA° vor acht“ setzt sich für eine wissenschaftlich fundierte Klimaberichterstattung im deutschen Fernsehen ein. Ihr Ziel ist es, die Produktion kurzer, qualitativ hochwertiger Sendeformate zur Primetime innerhalb deutscher Sender anzustoßen. Seit der Gründung im August 2020, ist aus der Initiative mit ca. einem Dutzend Mitwirkenden mittlerweile ein eingetragener, gemeinnütziger Verein geworden. Das 30-köpfige Team des Vereins hat, um besagtes Ziel zu erreichen, mit einigen Aktionen bereits auf sich aufmerksam gemacht und stieß damit auf großes Interesse innerhalb der deutschen Bevölkerung.

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KLIMA° vor acht auf YouTube

Was bisher geschah

Das Interesse und vor allem der Zuspruch der Bevölkerung zeigte sich zum einen durch eine Petition, die aktuell von ca. 30.000 Menschen unterzeichnet wurde. Zum anderen sammelte das Projekt „KLIMA° vor acht“ im letzten Jahr ca. 46.000€ durch eine Startnext Crowdfunding-Kampagne – und das in Rekordzeit. Die Reaktion der ARD auf die übergebene Petition zeugte jedoch von wenig Einsicht, weshalb der Verein im März diesen Jahres einen offenen Brief an den ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow veröffentlichte. Auch dieser wurde aktuell von über 18.000 Menschen unterzeichnet und widerlegte außerdem die Aussage der ARD, dass bereits in ausreichendem Maße über den Klimawandel berichtet würde.

Zur großen Überraschung der Macher*innen meldete sich der Privatsender RTL auf den offenen Brief der Initiative und lud zu Gesprächen über mögliche Formate zur Klimaberichterstattung ein. Diese fanden bereits vor knapp zwei Monaten statt und weitere Zusammenkünfte sind geplant. Auch die ARD lenkte schlussendlich ein: So fanden im April erste Gespräche zwischen der neuen ARD-Programmchefin Christine Strobl und der Initiative „KLIMA° vor acht“ statt. Ein weiterer Termin ist für Ende diesen Monats angedacht.

Lösungsansätze statt Katastrophenberichterstattung

Das gesammelte Kapital der Crowdfunding-Kampagne nutzte das Projekt vor allem für die Produktion der ersten sechs Folgen von „KLIMA° vor acht“. Inhaltlich setzt die Initiative dabei auf Lösungsansätze statt auf Katastrophenberichterstattung – ganz nach den Prinzipien des sogenannten Constructive Journalism. Es soll ein positiver Blick in die Zukunft ermöglicht werden, der den Menschen Mut statt Angst macht. Aufklärung steht in den bisher veröffentlichten Folgen an erster Stelle. Konzeptionell gibt es dabei zwei Arten von Sendungen: Folgen, die Grundlagenwissen vermitteln sollen und solche, die aktuelle Ereignisse aufgreifen und in ein Gesamtbild einordnen sollen.

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1. Folge von „KLIMA° vor acht“

Das Projekt erhält in der Öffentlichkeit prominente Unterstützung, wie z.B. von den Schauspieler*innen Annette Frier, Bastian Pastewka und Carolin Kebekus. Auch große Instanzen, wie der WWF Deutschland und die Klima-Allianz Deutschland unterzeichneten den offenen Brief an den ARD-Vorsitzenden. Ob es zukünftig „KLIMA° vor acht“ statt „boerse vor acht“ heißt, bleibt jedoch noch abzuwarten.

Quelle Beitragsbild: „KLIMA° vor acht“
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Lara Hofmann

Lara sammelte bereits während ihres MuK-Studiums praktische Erfahrungen in der digitalen Kommunikation. Sie wohnt seit einem Jahr in Leipzig und interessiert sich neben ihrem Studium für polarisierenden Themen wie Nachhaltigkeit, Feminismus und Diversität. Daher beleuchtet sie in ihren Artikeln jene medialen Ereignisse, die einen gesellschaftlichen Nerv treffen oder den Wertewandel jüngerer Generationen als Zielgruppe Werbetreibender und Medienschaffender.