Elizabeth Olsens Ausstieg aus Instagram und was wir daraus lernen können

Die Schauspielerin, vorwiegend bekannt durch ihre Rolle als „Scarlet Witch“ bei Marvel’s „Avengers“, und die kleine Schwester der weltberühmten Olsen-Zwillinge, Elizabeth Olsen löscht ihr Instagram-Konto. Damit beendet sie ihre Social Media Präsenz. Lest im Folgenden, was sie zu diesem Schritt bewegt hat und was wir alle daraus lernen können.

Elizabeth Olsen löscht Instagram Serien Magazin
Der Charakter aus dem Comic. Elizabeth Olsen ziert als „Scarlet Witch“ das Titelblatt des aktuellen Serien Magazins. Quelle: Eigene Fotografie / Johanna Karajan

Besondere Social Media Enthusiasten waren die Olsen-Schwestern bekanntermaßen noch nie. Seien es die Zwillinge Mary-Kate und Ashley oder ihre jüngere Schwester Elizabeth. Erstere beendeten mehr oder weniger vor zirka 17 Jahren ihre Schauspielkarriere nach dem Film „Ein verrückter Tag in New York“ (2004) und widmeten sich der Modeschöpfung. Damit zogen sie sich überwiegend aus dem öffentlichen Leben zurück. Ihre jüngere Schwester hingegen erlebt mit dem Marvel-Hype insbesondere ihrem aktuellen Projekt „WandaVision“ ihren großen Durchbruch. Sie ist aus den Leinwänden und den Medien nicht wegzudenken. Doch seit geraumer Zeit vermissen Fans die Nähe zu ihrer „Scarlet Witch“ auf Instagram.

Chadwick Boseman’s Tod und ein großer Shitstorm auf Instagram

Am 28. August 2020 verstarb ihr Schauspiel-Kollege Chadwick Boseman, der den „Black Panther“ aus „Wakanda“ bei den „Avengers“ verkörperte an Krebs. Mit diesem stand sie für die Filme „The First Avenger: Civil War“ (2016), „Avengers: Infinity War“ (2018) und „Avengers: Endgame“ (2019) vor der Kamera. Nicht nur Fans und das Marvel Cinematic Universe trauerten auf sämtlichen sozialen Netzwerken. Auch Schauspielkollegen wie Chris Evans („Captain America“), Robert Downey Jr. („Iron Man“) und Jeremy Renner widmeten Chadwick einen Post. Letzterer steckte sowohl in den Filmen als „Hawkeye“ als auch nach Drehschluss mit Wanda beziehungsweise Elizabeth die Köpfe zusammen. Trotz der massenhaften Trauer blieb seitens der Fangemeinschaf nicht unbemerkt, dass diese sich nicht dem „Gruppenzwang“ der medialen, öffentlichen Trauer anschloss. Das kam bei den Fans alles andere als gut an und die Instagram-Nutzerin wurde auf ihrer einzigen sozial medial Präsenz mit heftiger Kritik, welche Gestalt eines Shitstorms hatte, und Drohungen angefallen.

Elizabeth Olsen löscht Instagram Avengers
Für ein Filmplakat posieren die „Avengers“ mit den Signaturen ihrer Darsteller. Elizabeth Olsen und Chadwick Boseman sogar bei einander. Quelle: Eigene Fotografie / Johanna Karajan.

Die Konsequenz: Elizabeth Olsen löscht Instagram-Konto

Trotz Gegenwind ihrer loyalen Fans verschwand Elizabeth Olsen ohne Ankündigung im Herbst letzten Jahres aus dem Social Media. Ihren Ausstieg aus Instagram lies sie unkommentiert und ging nie direkt darauf ein, warum die Schauspielerin ihr Instagram-Konto schlussendlich gelöscht hat. Es liegt die Annahme nah, dass der Avengers-Star ihre einzige Online-Präsenz auf Grund des Shitstorms beendet hat. Große Hoffnungen, dass die „Scarlet Witch“ wieder ins Social Media zurückkehrt, gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht.

Instagram ist nicht das wahre Leben

Wenn in euren Kreisen bereits jemand gestorben ist, dann wisst ihr sicherlich, dass jeder auf seine eigene Art trauert. Während andere das Bedürfnis haben, zu sprechen oder sich in einer breiteren Masse mitzuteilen, bevorzugen andere es wiederum im Stillen zu trauern. Fans des „Black Panther“ erwarteten wohl, dass Elizabeth Olsen genauso wie ihre Kollegen einen Post zu Ehren ihres Mitstreiters veröffentlichte frei nach dem Motto: „Wer keinen Post veröffentlicht, der trauert nicht.“. Doch soziale Medien sind wieder das reale Leben, noch repräsentativ für das reale Leben. Zwar hatte die Schauspielerin gelegentlich Fotos aus aktuellen Ereignissen in Stories und Posts geteilt, jedoch längst nicht immer oder rege.

Elizabeth Olsen löscht Instagram-Konto
Die berühmte Kampfszene am Berliner Flughafen: Scarlet Witch schaltet den Black Panther aus. Quelle: Eigener Screenshot / Johanna Karajan

Wie sie auch unter Beweis gestellt hat, ist ihr Gedächtnis kein Computer, das alle Daten ihrer Avengers-Kollegen gespeichert hat. So hat sie zuvor ein Bild von sich und ihrer Filmliebe Paul Bettany („Vision“) gepostet, auf welchem Christ Pratt („Starlord“ von den „Guardians of the Galaxy“) etwas ausgeschnitten zu sehen war. Was Olsen nicht wusste? Dass Pratt zum Zeitpunkt des Posts Geburtstag hatte, wie einer der Fans in den Kommentaren anmerkte. Daraufhin ergänzte sie die Caption mit einer kleinen Geburtstagsgrüße. Doch dieses Mal sind die „Marvel“-Fans zu weit -gegangen.

Diskretion, auch auf Social Media

Schlussendlich sind Prominente auch nur Menschen mit individuellen Gefühlen und Empfindungen, die nicht alle Erwartungen der Öffentlichkeit erfüllen müssen. Nicht zuletzt hat Elizabeth Olsen ihre Trauer doch öffentlich zum Ausdruck gebracht. Bei einem Auftritt in einer Spezialsendung zu Ehren von Chadwick Boseman „Chadwick Boseman: A King’s Tribute“ auf dem US-amerikanischen Sender ABC sagte sie: „It’s only fit to be mourning him like a king.“, zu Deutsch: „Es ist nur passend, ihn wie einen König zu betrauern.“

Fans vertreten Elizabeth Olsen weiterhin auf sozialen Medien wie hier auf Twitter.

Fans sollten in ihrer emotionalen Ladung genug Menschlichkeit und Rücksicht besitzen, sich in verschiedene Typen hineinzuversetzen. Dazu gehört auch im Social Media trotz Schutz durch Anonymität und Distanz Tugenden wie Respekt und Höflichkeit nicht zu vergessen. Elizabeth Olsens stiller Ausstieg aus Instagram war ihre Antwort, was für Ausmaß ein eskalierter Shitstorm nehmen kann, aus welchem wir (hoffentlich) für die Zukunft lernen ihn nicht zu wiederholen.

Elizabeth Olsen ist nicht der einzige Promi, der kürzlich einem Shitstorm zum Opfer gefallen ist. Auch ELLE-Chefredakteurin Sabine Nedelchef erntete vergangen Herbst heftige Kritik auf Instagram. Der MuK-Blog berichtete im Dezember darüber.

Johanna Karajan

Johanna Karajan

"Ich bin geboren, um Journalistin zu werden.", sagt Johanna über sich, "Journalismus ist mein großer Traum!" Auf diesen Traum arbeitete die geborene Hamburger Deern mit armenisch-französischen Wurzeln direkt nach ihrem Abitur hin und gründete ihren eigenen Mode und Lifestyle Blog. Um ihre Leidenschaft aber auch zum Beruf zu machen, absolvierte sie den Bachelor in Politikwissenschaften und sammelte Erfahrungen durch Allround-Praktika in der Öffentlichkeitsarbeit und dem Jahr Top Special Verlag. Vor ihrer Elternzeit hat Johanna bei einer Content Marketing Agentur als Quality Assurance Assistant und Content Manager gearbeitet. Die Mutter eines Sohnes nutzt nun die Corona- und Lockdown-Zeit sich nicht nur weiterzubilden, sondern auch ihren Traum mit einem Master-Titel in Medien und Kommunikation zu verwirklichen.