Norwegen will Körperdruck in sozialen Netzwerken mindern

Wer kennt es nicht: Man scrollt durch Instagram und sieht die perfekten Gesichter, den perfekten Körper mit einem flachen Bauch oder Sixpack oder die Frau, die keinen einzigen Pickel besitzt. Die Menschen auf den sozialen Netzwerken erscheinen alle nahezu ohne Makel. Dies kann bei Nutzern zu Körperdruck führen. Norwegen will dagegen nun gesetzlich vorgehen.

Instagram VS Reality

Obwohl der Trend aktuell hin zu Mehr Realität auf Instagram geht, sind die perfekten Bilder dennoch in der Überzahl. Solch eine Bildbearbeitung führt zu einem verzerrten Körperbild und kann viele Nutzer unter Druck setzen. Nutzer können Gedanken wie „Ich möchte so schön sein, wie xy, so wie ich bin, bin ich nicht gut“ entwickeln und sich der Realität entfremden. Eine britische Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass junge Menschen in einem Alter von unter 18 Jahren besonders durch Fotos auf sozialen Netzwerken in ihrem Selbstbild beeinflusst werden. So würden nur fünf Prozent der befragten jungen Menschen keine Schönheitsoperation an sich durchführen lassen wollen. Um ein solches verzerrtes Wahrnehmungsbild zu verhindern, hat das norwegische Parlament einen entscheidenden Schritt gewagt. Die Regierung des skandinavischen Landes hat ein Gesetz verabschiedet, wonach retuschierte Fotos gekennzeichnet werden müssen.

Instagram vs Reality: Die niederländische Influencerin Rianne Meijer zeigt, warum Bilder auf Instagram perfekt scheinen. / Quelle: Screenshot Instagram, Rianne Meijer

Norwegen bekämpft den Körperdruck

Ab dem Sommer 2022 müssen retuschierte Fotos in Werbeanzeigen klar als solche gekennzeichnet sein. Werden ab diesem Zeitpunkt die Lippen vergrößert, der Pickel retuschiert oder die Taille verkleinert gilt es, dies explizit zu kennzeichnen. Das Land Norwegen möchte so dem Körperdruck, in Norwegisch „kroppspress“ genannt, entgegenwirken. Wird gegen das Gesetz verstoßen, drohen Strafzahlungen. Allerdings räumte das norwegische Ministerium ein, dass eine Überwachung dieses Gesetztes sich als schwierig entpuppt. Denn es ist nicht immer klar deutlich, ob und inwieweit ein Bild bearbeitet ist.

„Nothing about you is a mistake“ – auch die deutsche Influencerin Ischtar Isik spricht ihren Followern Mut zu. / Quelle: Screenshot Instagram, Ischtar Isik

In Deutschland gibt es bisher keine Gesetze in diese Richtung. Allein Werbeanzeigen müssen gekennzeichnet sein. Jedoch gibt es immer mehr Influencer, die ihren Körper ohne Bearbeitung ablichten. Sie sprechen unter den Beiträgen den Followern Mut zu, zu ihrem eigenen Körper zu stehen und sich nicht mit anderen zu vergleichen.

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Lisa Hauck

Schreiben fiel Lisa schon immer leicht. Bereits in der Schule konnte sie sich Texte aus dem Ärmel ziehen. Doch mit Beginn des Bachelors in Agrarwissenschaften förderte sie zunächst eine andere Leidenschaft. Erst bei einem Praktikum in einer Werbeagentur für den Agrarbereich flammte die Liebe zum Schreiben wieder auf. Der Vorteil: Die Agentur ist auch als Redaktion aktiv – ein Glücksgriff. Um die Praxis mit Theorie zu unterstützen, hat sie sich für den Studiengang an der SRH entschieden.