Das neue „Metaverse“

Nach Unruhe um die Plattform nun die unerwartete Verkündung: Facebook Incorporated heißt nun Meta Platforms Incorporated. Mit dem neuen Namen wird auch die Vision des Unternehmens präsentiert: Das Metaverse. Auf Twitter schreibt ehem. Facebook von der nächsten Evolutionsstufe. „Welcome to the next chapter of social connection.“ Was es damit auf sich hat – Hier in diesem Beitrag am MUK Blog.

Beginnen wir von vorne: Zur ehemaligen Facebook Inc. gehört nicht nur die Social Media Plattform Facebook, sondern auch der Virtual Reality Hardware Hersteller Oculus, die Foto Sharing App Instagram und der Messenger Dienst Whatsapp. Mit dem Namen Facebook Inc. werde die Dachgesellschaft zu sehr auf die sozialen Medien reduziert, so der Gründer Mark Zuckerberg. Aus diesem Grund die Namensänderung: Meta soll aus dem Schatten der Plattform führen. Meta sei „ein Unternehmen, das Menschen verbindet.“ Umbenannt wird also nur der Konzern, der hinter den einzelnen Geschäftszweigen steht. Die Social Media Plattform Facebook behält denselben Namen.

Präsentation des Metaverse auf Twitter
Auch auf Twitter zeigt sich Facebook unter dem neuen Namen. Quelle: Twitter Account von Facebook, Twitter Account von Meta

Die Kritik an Facebook

Das Image der Dachgesellschaft musste schon einigem standhalten. Neben Diskussionen um die Marktmacht, gelangte Facebook immer wieder wegen Falschinformationen oder in Verbindung mit Hass und Diskriminierung in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Marktmacht soll verringert werden, Fake News und Cybermobbing sind einzudämmen. Naheliegend, dass mit dem neuen Namen versucht wird, sich davon zu distanzieren.

Mit der Namensänderung zieht Facebook Inc. dem Konzern Google nach, welcher im Jahr 2015 ebenfalls seine Dachgesellschaft auf Alphabet umbenannte. Auch hier war dies Zeichen einer Erweiterung der Ausrichtung. Alphabet besteht nicht nur aus der Suchmaschine Google und einem Cloud-Dienst. Darüber hinaus treibt das Unternehmen auch die Technik der fahrerlosen Autos und anderen Hightech-Bereichen voran.

Neben Diskriminierung, Cybermobbing und Fake News geriet die Plattform Facebook auch wegen eines anderen Themas in aller Munde. Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte interne Unterlagen veröffentlicht, die das Unternehmen belasten. Profit stehe über dem Wohl der Nutzer.

Die Vision vom Metaverse

Mark Zuckerberg hingegen präsentiert als Antwort auf die Kritik seine neue Vision. Das sogenannte Metaverse soll die physische und digitale Welt miteinander verbinden. Vorantreiben will das Unternehmen vor allem die virtuelle Realität, kurz VR. Hierbei wird es Menschen möglich gemacht, mithilfe von speziellen Brillen in eine digitale Welt einzutauchen, so als ob diese real wäre. So also auch die Verbindung zur Firma Oculus.

Damit noch nicht genug. Zuckerberg greift noch viel weiter. Er spricht davon, dass das Metaverse, „der Nachfolger des mobilen Internets“ sein wird. Ein weiteres Element des Metaverse ist die Augmented Reality (AR). Man spricht hier von erweiterter Realität. Mithilfe von Brillen oder Displays können digitale Inhalte in die reale Welt projiziert werden. Einblicke in die neue Vision gab der Gründer bei der Entwicklerkonferenz „Connect“. Er transportiert das Bild von etwas noch nie Dagewesenem. Man soll noch tiefer in die digitale Welt eintauchen können, als man es bisher kennt. Weg von dem Gefühl, man sehe auf einen Bildschirm, werde man sich fühlen, als wäre man mittendrin.

Genau dieses Gefühl soll im Mittelpunkt stehen und das entscheidende Merkmal des Metaverse bilden. Konkrete Erklärungen, wie das außerhalb der Verwendung von VR-Brillen funktionieren soll, gab es nicht. Immer wieder betont Zuckerberg das Präsenzgefühl: „Wenn ich meinen Eltern ein Video meiner Kinder schicke, werden sie das Gefühl haben, dass sie mit uns zusammen sind.“

Horizon Home als Teil des Metaverse

Die Metaverse-Welten sollen unter dem Namen Horizon ausgeweitet werden. Darunter auch das neu angekündigte „Horizon Home“. Dieses soll ein „sozialeres“ Zuhause für alle die bieten, die Virtual Reality von Oculus nutzen. Dabei gibt es viele Ähnlichkeiten zur bisherigen Anwendung. Räume und virtuelle Gegenstände können allerdings nun über Grenzen von einzelnen Events oder Spielen genutzt werden. Auf YouTube kündigt Oculus an: Es wird möglich sein, Freunde als Avatare in das eigene Wohnzimmer einzuladen, gemeinsam Zeit zu verbringen, Apps zu nutzen und Videos anzusehen. Man soll zukünftig auch physische Gegenstände einscannen können, um diese dann in der virtuellen Welt nutzen zu können. Umgekehrt sollen Objekte auch als Hologramme in der realen Welt erscheinen können. Und das ganze schon bald: Zuckerberg meint, dass vieles davon innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahren zum Alltag gehören werde.

YouTube

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Ein kleiner Einblick in das neue Horizon Home von Oculus; Quelle: YouTube Kanal Oculus

Für die meisten von uns erscheint die Vision des Gründers ungreifbar und in gewissem Maße schwer vorstellbar. Bleibt die Frage: Inwiefern wollen wir eine Welt, in der die Grenzen der physischen und digitalen Welt immer weiter verschwimmen? Bei einer Umfrage der Bitkom Research im Jahr 2021 gaben rund 41 Prozent der Befragten an, sich vorstellen zu können, eine VR-Brille zu verwenden. Bereitschaft zur Entwicklung in Richtung einer erweiterten digitalen Welt besteht also durchaus.

Ein Thema, wofür der Konzern ebenfalls in die Medien geriet: Die Entwicklung der App Instagram Kids. Näheres dazu in unserem Artikel Instagram Kids – Entwicklung pausiert.

Quellen: Horizont.net, Twitter @Facebook, orf.at, YouTube Oculus, Statista.de