Instagram Kids – Entwicklung pausiert

Das aktuelle Mindestalter für die Nutzung der Social Media App Instagram ist 13 Jahre. In den Nutzungsbedingungen wird festgehalten, dass Profile von Kindern, die dieses Alter unterschreiten, gemeldet und in weiterer Folge gelöscht werden sollen. Auf Instagram finden sich nämlich häufig Inhalte, die nicht für Kinder bestimmt sind. Zusätzlich können sich die jüngsten unserer Gesellschaft noch nicht ausreichend vor Werbung oder sonstiger Beeinflussung schützen. Trotzdem (oder gerade deswegen) hat das Unternehmen Facebook Inc. bekanntgegeben, eine Kinderversion, Instagram Kids, zu entwickeln. Vor kurzem der Stopp – Die Variante ist vorerst on hold.

Schon ab einem Alter von 10 Jahren ist das Smartphone nicht mehr wegzudenken. Mindestens drei Viertel der Kinder besitzen hier bereits ein eigenes Gerät. Auch in den Jahren davor, zwischen 6 und 7 Jahren nutzt die Hälfte von Zeit zu Zeit ein Smartphone.

Warum kann Instagram für Kinder gefährlich sein?

Eine Social Media Plattform wie Instagram wird vor allem von der Selbstdarstellung der Nutzer und Nutzerinnen dominiert. Immer wieder gibt es Challenges, die auch für Volljährige nicht ungefährlich sind. Oftmals handelt es sich hierbei um Mutproben. Während Erwachsene die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen können, sind Kinder nicht immer in der Lage, Situationen abzuschätzen. Nicht zu vergessen ist auch ein wichtiges Thema, das sich über alle Social Media Kanäle erstreckt: Cybermobbing.

Was ist Instagram Kids?

Bei Instagram Kids handelt es sich um die Social Media Plattform Instagram mit einem ähnlichen Grundkonzept, allerdings in einer an den jungen Nutzer angepassten Version. In der aktuellen „Erwachsenen-Version“ gibt es die Möglichkeit, Bilder bzw. Videos im Feed oder in einer Story zu posten, „Live“ zu gehen, „Reel“-Videos zu veröffentlichen, sowie anderen NutzerInnen im Chat zu schreiben. Mittlerweile haben Instagram Business Accounts die Möglichkeit Werbeanzeigen zu schalten, die den Nutzern in ihrem Feed angezeigt werden. Außerdem kann direkt über die Plattform auf Produkte inkl. Verkaufspreise verwiesen werden. Mit nur einem Klick landet man direkt im Webshop des jeweiligen Anbieters – Auch bekannt unter Instagram Shopping. Das Checkout für den Online-Kauf kann aber auch gleich direkt in der App Instagram erfolgen. Ob alle diese Funktionen auch in Instagram Kids verfügbar sein werden, hat das Unternehmen noch nicht bekanntgegeben. Werbung und somit Instagram Shopping, soll es jedenfalls nicht geben. Die App ist grundsätzlich für Kinder von 10 bis 12 Jahren vorgesehen. Sie soll mit altersgerechten Inhalten bespielt werden. Ein fixiertes Konzept wurde jedoch bislang nicht veröffentlicht, die App befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Kind mit Smartphone; Quelle: Unsplash; Bruce Mars; https://unsplash.com/photos/p4e4y4J7H4k
Kinder besitzen bereits in jungem Alter ein Smartphone. Quelle: Unsplash Bruce Mars

Die Kritiker

Negatives Feedback erhielt Facebook Inc. unter anderem von KinderschützerInnen. Darunter auch die Organisation Campaign for a Commercial-free Childhood (CCFC). Es wurde ein offener Brief an Marc Zuckerberg verfasst, der zum Stopp der zusätzlichen Kinderversion Instagram Kids aufruft. Die Aufforderung wurde auch von knapp 100 Einzelpersonen bzw. Gruppen unterzeichnet. Die Beteiligten sehen auch in der „sicheren“ Variante eine Gefahr für die Kinder. Die App würde das ungesunde Streben nach der Bestätigung von Gleichaltrigen noch weiter fördern. Außerdem wird die sogenannte „FoMo“ (Fear of Missing out; Angst etwas zu verpassen) getriggert. Auch seitens mehrerer US-Senatoren fielen im Frühjahr Vorwürfe zu unzureichendem Schutz von Minderjährigen.

Wie geht es weiter mit Instagram Kids?

Facebook Inc. hat ernsthafte Kritik für die Entwicklung einer Kinderversion erhalten. Ganz auf Eis gelegt wurde diese Variante jedoch noch nicht. Das Unternehmen ist weiterhin der Meinung, dass es diese geben sollte. Um sie anwendungsgerecht und sicher zu gestalten, setzt Instagram auf ausführliche Beratungsgespräche mit ExpertInnen, Politikern sowie Eltern. Dabei sollen Bedenken und Gefahren dargelegt und analysiert werden.

Ausschlaggebend für das Unternehmen ist laut einem Blog-Beitrag des Head of Instagram, Adam Mosseri, die Tatsache, dass Kinder immer früher ein Smartphone erhalten und bei der Registrierung Falschangaben zu ihrem Alter machen. Auch Unter-13-Jährige melden sich somit auf der Social Media Plattform an und haben Zugriff auf die Inhalte, die nicht für sie vorgesehen sind. Eine speziell für die Altersgruppe designte App soll sicherer sein. Ein weiteres Argument dafür ist laut Mosseri, dass ihre Konkurrenz ebenfalls auf Versionen für jüngere NutzerInnen setzt. Bei YouTube und TikTok gibt es eine Ausführung für unter 13-Jährige.

Den Fokus lenkt Facebook Inc. auch auf die Schutz- bzw. Kontrollmöglichkeiten durch die Eltern. Für die Registrierung soll das Einverständnis der Eltern benötigt werden. Zum ergänzenden Schutz soll die Version den Erziehungsberechtigten die Möglichkeit bieten, die Nutzung durch ihre Kinder zu überwachen. Beaufsichtigt werden kann beispielsweise die Nutzungszeit, die Personen, denen das Kind folgt und umgekehrt, sowie die Nachrichtenfunktion.

Instagram für Erwachsene: Auch Firmen nutzen die App, um neue Mitarbeiter zu finden. Mehr dazu in unserem Beitrag Instagram Recruiting – Social Media und HR #1.


Quellen: Nutzungsbedingungen Instagram, Zeit.de, Bitkom.org, Blogbeitrag Adam Mosseri, CCFC
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