Katastrophenhilfe: Internet via Satellit

Satelliten bringen das Internet in abgelegene Regionen der Erde. Aber auch für Katastrophenszenarien kann das „Netz“ aus dem Orbit eine Lösung sein.

Nach dem Hochwasser vom Juli 2021 waren viele Regionen in Deutschland vom Internet abgeschnitten. Hunderte Mobilfunkbasisstationen verschiedener Betreiber fielen aus, gleichermaßen waren auch kabelgebundene Internetanbindungen betroffen. Die Regionen waren von digitaler Kommunikation größtenteils abgeschnitten.

Um die Tragweite dieser Isolation zu begreifen, muss man sich zunächst gegenwärtig machen was das bedeutet: das Internet besteht nicht nur aus Suchmaschinen, Blogs und Mails. Auch andere Medien wie Telefonie und Fernsehen laufen bereits vielerorts über das Internet. Auch zum Beispiel Kassensysteme, Bankautomaten und Verkehrsleitsysteme benutzen häufig Internet- oder Mobilfunkverbindungen. Fallen diese Kommunikationswege aus, ist vieles hiervon nicht mehr oder nur noch eingeschränkt verwendbar.

Im Gegensatz zu Mobilfunk benötigt Satellitenkommunikation keine Funkmasten in unmittelbarer Nähe / Bildquelle: Debi Brady (Pixabay)

Für die Flutgebiete in Deutschland bot das SpaceX Tochterunternehmen Starlink, das Internet via Satellit vertreibt, schnelle und unbürokratische Unterstützung an. Nachdem das Land Rheinland-Pfalz nahm dieses Angebot angenommen hatte, stellte Starlink Satellitenmodems bereit. Mitarbeiter der Firmen SpaceX und Tesla (beide Firmen gehören mehrheitlich PayPal Gründer Elon Musk) kümmerten sich um eine schnelle Auslieferung und die Schulung der Einsatzkräfte vor Ort. Insgesamt 50 Starlink-Einheiten wurden an das Land Rheinland-Pfalz ausgeliefert. Das Internet über Satelliten wurde vor allem an zentralen Info-Hotspots für Betroffene und Helfer genutzt. Einige Anlagen wurden aber auch von Behörden zur Kommunikation genutzt.

Besonders interessant sind Technologien wie Starlink für lokale Katastrophenszenarien, da sie anders als Mobilfunkanlagen keine Sendeeinrichtungen in der unmittelbaren Umgebung benötigen. Das Satellitenmodem stellt eine direkte Verbindung zu einem oder mehreren Satelliten her, die Empfangene Datenpakete direkt an mit dem Internet verbundene Bodenstationen weitergeben. Die mit dieser Technik überbrückten Distanzen sind wesentlich größer als die von Mobilfunkmasten. Bei einem Internetausfall an den Bodenstationen würde aber auch Starlink keine Verbindung mehr zur Verfügung stellen können.

Insbesondere im Hinblick auf die steigende Wahrscheinlichkeit von Unwettern durch die globale Erwärmung könnten Systeme wie Starlink zukünftig zu einem Standardwerkzeug der Katastrophenschutzbehörden werden.

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Quellen: https://www.heise.de/news/Notfallinternet-per-Satellit-Starlink-Einsatz-bei-der-Flutkatastrophe-6194848.html
Bildquellen: Pixabay, PIRO4D, Debi Brady

Simon Crins

Simon ist ausgebildeter Mediengestalter und absolvierte bereits sein Bachelorstudium an der Mobile University. Währenddessen war er für die ProSiebenSat.1 Gruppe unter anderem als Projektleiter tätig. Seit Ende 2018 arbeitet Simon im Raum Wolfsburg als Test- und Entwicklungsingenieur und hat im September 2020 sein Masterstudium in Medien- und Kommunikationsmanagement an der Mobile University begonnen.