Tipps zum Digital Detox

Wahrscheinlich sind wir alle zu viel vor Bildschirmen, vor allem am Handy. Denn gerade dort sind die Grenzen zwischen privater und beruflicher Nutzung fließend. Einige nehmen sich dann fest vor, Handy-freie Zeiten oder Tage einzulegen. Doch funktioniert der Entzug? Das SWR-Format 66 Tage begleitet Menschen, die ihre Gewohnheiten ändern möchten. Laut Studien ist dieser Zeitraum notwendig, damit sich gewisse Automatismen einstellen und andere Gebräuche verlernt werden. In dieser Folge gibt der Profi Niels Pruin Tipps, um sich schrittweise, aber langfristig mehr Zeit in der analogen Welt anzugewöhnen. Er kennt sich zum Thema Medien- und Internetsucht bestens aus, da er beruflich in diesem Feld tätig ist.

Die Teilnehmer*innen des Versuchs

Zum einen wird eine Studentin begleitet, die zu viel Zeit am Smartphone verbringt und mehr Zeit für die Universität braucht. Durch die ständige Ablenkung leidet auch das WG-Leben. Schon wenige Minuten ohne das Gerät sind da teilweise schwer. Auch eine mehrköpfige Familie wagt den Versuch. Sie stellen fest: Wenn man privat weniger Zeit am Handy verbringt, unternimmt man mehr als Gemeinschaft und ist insgesamt entspannter. Die gemeinsamen Erlebnisse prägen sich viel stärker ein als mehrere Stunden auf Social Media. Doch auch hier gibt es Schwierigkeiten: Die Altersgenoss*innen sind natürlich trotzdem viel am Smartphone unterwegs, und auch die Eltern benötigen das Handy teilweise beruflich. Doch trotzdem wünschen sich die Studentin als auch die Familie: 50 Prozent weniger Bildschirmzeit! Was eine Ansage.

Viele Kinder haben Probleme, sich ohne Bildschirm zu beschäftigen.

So gewöhnt man sich das Handy schrittweise ab

Es gibt natürlich etliche Versuche, von heute auf morgen gar nicht mehr sein Mobiltelefon zu nutzen. So haben das bereits Strg_F und Puls von Funk versucht. Wer es nicht ganz so drastisch mag, kann laut Nils Pruin das hier versuchen:

  • Zonen einrichten, in denen das Gerät ein Tabu ist: Direkt neben dem Bett am Nachttisch, am Esstisch, im Bad usw. Auch der Schreibtisch ist eine mögliche Verbots-Zone, um so in Ruhe arbeiten zu können. Das steigert u. U. die Konzentration und man ist länger am Stück dabei.
  • Nutzt einen extra Wecker statt dem Smartphone. Sonst ist der erste Griff am morgen, den Handy-Wecker auszustellen und dabei gleich eure Nachrichten zu checken.
  • Trackt eure Bildschirmzeit mit einer App oder in euren Einstellungen. So habt ihr einen Überblick, wie viel Zeit ihr insgesamt am Handy verbringt und welche Apps besonders stören.
  • Löscht im schlimmsten Fall Apps, in denen ihr stundenlang Zeit vertrödelt. Das ist besonders bei Social Media Plattformen schwer, aber gerade dort verbringt man schnell mehrere Stunden.
  • Macht die Nutzung kompliziert: Wer jedes Mal einen langen Code eingeben muss, um sein Smartphone zu entsperren, verliert eher die Lust.
  • Finde einen festen Ort, wo du dein Mobiltelefon ablegst, wenn du eine Handy-freie Zone betrittst.
  • Mache feste Uhrzeiten aus, wo die Nutzung erlaubt ist und wann nicht. Zum Beispiel ein selbsts gewähltes Verbot während der Uni, während der Arbeit, wenn ich mich mit Freuden und Familie treffe. Und dazwischen ist es dann in Ordnung.

Quellen:

SWR: Endlich offline! Pause vom Handy (4/4) | 66 Tage

Bilder:

MashiroMomo auf Pixabay: https://pixabay.com/de/illustrations/kein-telefon-kein-handy-telefon-2533390/

Jessica Lynn Lewis auf Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/smartphone-madchen-surfen-internet-4200824/

Eva Bloch

Eva hat während ihrem dualen Bachelorstudium erste Berufserfahrungen beim ZDF gesammelt. 2021 begann sie den Master an der SRH Fernhochschule und arbeitet jetzt in einem Industrieunternehmen als Werkstudentin im Bereich Unternehmenskommunikation. In ihrer Freizeit liest sie gerne, kocht oder macht Zumba.