Wie uns digitale Kommunikation verändert

„Wir können nicht nicht kommunizieren“. So treffend formulierte es der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick einst. Denn auch durch nonverbale Signale kommunizieren die Menschen – etwa durch Mimik und Gestik, also durch Körpersprache. Kommunikation ist das wohl wichtigste Bindemittel zwischen uns Menschen. In einer Zeit ohne Internet wurden früher noch andere Mittel als heute eingesetzt: Neben dem persönlichen Gespräch haben die Menschen Telegramme, Briefe, Radio, Telefon und später das schwarz-weiß Fernsehen genutzt. Heute sieht das anders aus. Die Kommunikation über das Internet ist nicht mehr wegzudenken.

Das Internet beeinflusst die Art, wie wir unsere Sprache nutzen und wie wir leben. Das heißt, vielfältige Kommunikationskanäle wirken sich auch auf unser Sozialverhalten aus. Heutzutage ist man so gut wie jederzeit und überall erreichbar. Das verändert auch den Umgang mit den Mitmenschen. Einerseits erleichtert es uns den Umstand mit Menschen (und das weltweit) in Kontakt zu bleiben. Andererseits findet Kommunikation inzwischen oft auf mehreren Ebenen statt.

Wie werden wir von digitalen Kommunikationsmitteln beeinflusst?

Verabredungen werden von Generationen, die ohne Smartphone aufgewachsen sind, verbindliche eingehalten. Absprachen heutzutage werden dafür immer unverbindlicher. Treffen werden spontan abgesagt oder verschoben. Über das Smartphone geht das ja auch schnell und viel einfacher, als müsste man das persönlich tun.

Smartphones werden bekanntlich auch dafür genutzt, um soziale Kontakte zu pflegen und auszubauen. Soweit so gut. Die Schattenseite: Der Kontakt wird genauso unverbindlich gehalten, wie die Treffen. Auch die Sprache an sich leidet darunter. Verfasser einer Nachricht nutzen mehr und mehr Abkürzungen, lassen Satzzeichen weg oder vernachlässigen die Rechtschreibung. Dem Gegenüber fällt es einfacher Nachrichten und Anrufe zu ignorieren. Oder noch schlimmer: Menschen können Negatives und Hass in sozialen Medien anonym verbreiteten.

Das Dilemma mit den sozialen Medien

Ein gutes Beispiel ist ein auf Netflix verfügbarer Dokumentarfilm: „Das Dilemma mit den sozialen Medien“. Ein Teil des Films zeigt einen Teenager, der eine Sucht für die sozialen Medien entwickelt. In anderen Teilen werden Interviews mit Menschen geführt, die im Umfeld von großen Social-Media-Unternehmen gearbeitet haben. Die Doku zeigt deutlich, welche Auswirkungen die sozialen Medien auf die Psyche, das Suchtpotential und auch auf die Kommunikation hat.

Quelle: Netflix

Entmenschlicht uns die digitale Kommunikation also?

Nicht unbedingt. Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass verschiedene (auch digitale) Kommunikationsmittel das soziale Miteinander fördern können. Aber nur zusammen mit der persönlichen Kommunikation! Sie kamen zu dem Schluss, dass die digitale die persönliche Kommunikation sogar vertieft. Wie wäre es also, wenn wir unseren Blick mal auf unsere eigene Kommunikation richten? Vielleicht kürzen wir unsere tägliche digitale Kommunikation. Wir greifen eher mal zum Telefon, schreiben vielleicht sogar einen Brief oder treffen uns persönlich – und lassen dabei das Smartphone in der Tasche.

Textquelle: Informationszentrum Mobilfunk
Bildquelle: Netflix
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Lisa Schmid

Lisa arbeitet bei einem regionalen Kreditinstitut in der Unternehmenskommunikation. Content-Management, Mediengestaltung und Schreiben gehören zu ihren täglichen Aufgaben. Sie ist eine „Allrounderin“ und spricht in ihren Artikeln viele verschiedene Themen an. Um ihre Leidenschaft dafür weiterzuentwickeln, hat sie sich für ein MuK-Studium entschieden. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Pferd und Hund sowie ihren liebsten Menschen oder powert sich beim Sport aus.