Change Communication

Erfolgreiches Change Management besteht aus vielen Faktoren: Ist klar, welche Veränderungen in einem Unternehmen mit welchem Ziel verfolgt werden? Wie wird der Prozess geplant, umgesetzt und kontrolliert? Zum diesem Thema gibt es viele Modelle und Fachbücher. Doch neben den eigentlichen Veränderungen gibt es noch die Kommunikation darüber: Change Communication.

Was bringt Change Communication?

Claudia Mast ist Professorin für Kommunikationswissenschaft und beschreibt Change Communication als „ein zentraler Einflussfaktor zur Gestaltung von Veränderungsprozessen“. Sie beschreibt, wie wichtig es ist, Mitarbeiter als soziale Wesen mit Emotionen zu verstehen, und nicht als komplett steuerbare Objekte. Denn sonst fühlen sich die Beschäftigten nicht ernst genommen und übergangen. Dabei ist es ihr Arbeitsalltag, der sich verändern wird und ihr Aufgabenbereich, den sie bald neu meistern sollen.

Kostka und Mönch schreiben, durch Change Communication kann man gezielt Informationen weitergeben: Es ist zu vermeiden, dass zu wenige Informationen nach außen dringen und dadurch Spekulationen angeheizt werden. Zu viel Weitergabe ist allerdings auch schädlich, da Beschäftigte dann an einer Informationsflut leiden und ihr Wissen nicht einordnen können. Im Umkehrschluss heißt das auch, die Geschwindigkeit der Wissensvermittlung ist relevant. Durch gelungene Kommunikation kann außerdem Angst, Widerstand und Orientierungslosigkeit im Veränderungsprozess vermieden bzw. verringert werden.

Damit den Überblick behält, kann eine effektive Kommunikation über den Veränderungsprozess helfen.

Wie gute Kommunikation gelingt

Kostaka und Mönch empfehlen, die Kommunikation auf zwei Ebenen aufzubauen: strategisch und operativ. Die strategische Kommunikation beschreibt, welche Ziele das Unternehmen durch den Change Prozess verfolgt. Die operative Kommunikation beleuchtet, wie das getan werden soll. Hier werden Verantwortliche, konkrete Aufgaben und Zeiträume benannt. Setzt man die operative und strategische Kommunikation im Zusammenspiel um, wird von integrativer Kommunikation gesprochen. Diese soll aus folgenden Teilen bestehen:

  1. Kommunikationsziele bestimmen,
  2. Zielgruppen ermitteln,
  3. Kernbotschaften bestimmen und
  4. Maßnahmen erarbeiten und koordinieren.

Mast sieht folgende Kriterien als Erfolgsfaktoren für gute Change Communication:

  • Strategische Planung und Umsetzung/ Organisation und Struktur,
  • Zielgruppengerichtete Kommunikation und Optimierung der Kommunikationskanäle,
  • Engagement der Führungskräfte sowie Dialog mit den Stakeholdern und
  • Kommunikationsinhalte.

Fazit: Wer Veränderungen im Unternehmen anstrebt, sollte die Mitarbeiter gut informieren und auch selbst zu Wort kommen lassen. Wer seine Angestellten weder kognitiv noch emotional von der Notwendigkeit und den Inhalten des Change überzeugen kann, wird scheitern.

Quellen:

Mast, Claudia (2019): Unternehmenskommunikation, 7. Aufl., UKV Verlag, München

Kostka, Claudia / Mönch, Annette (2006): Change Management. 7 Methoden für die Gestaltung von Veränderungsprozessen, 3. Auflage, Hanser Verlag, München

Bilder:

Alexas_Fotos auf Pixabay: https://pixabay.com/de/illustrations/f%c3%bcnf-vor-zw%c3%b6lf-time-for-change-1156776/

Wilson Vitorino von Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/beschilderungen-in-verschiedenen-farben-3260090/

Eva Bloch

Eva hat während ihrem dualen Bachelorstudium Erfahrungen beim Zweiten Deutschen Fernsehen in Mainz in den Bereichen Unternehmenskommunikation und Journalismus gesammelt. 2021 begann sie den Master an der SRH Fernhochschule und möchte parallel weitere Praxisluft schnuppern, z.B. durch Praktika oder Werkstudentenjobs. In ihrer Freizeit liest sie gerne, kocht oder macht Zumba.