Influencer oder Blogger: Worin liegt der Unterschied?

„Blogger auf Instagram“, #fashionblogger ? Halt! Stopp! Hier liegt eine gravierende Verwechslung vor. Denn ob man Influencer oder Blogger ist, macht einen großen Unterschied. Lest im Folgenden die Top Faux-Pas der Gesellschaft und die Aufklärung über Influencer und Blogger.

*Die Anglizismen werden zur einfachen Lesbarkeit in maskuliner Form gehalten. Dies soll kein Anzeichen von Genderungerechtigkeit sein.

Der Topf der Gleichgültigkeit zwischen Influencer oder Blogger

Influencer oder Blogger, macht einen Adventskalender.
Eine Strategie der Influencer: Sogenannte Adventskalender zur Weihnachtszeit. Produkte vermarkten durch Verlosungen. Quelle: Eigene Fotografie / Johanna Karajan

Du bist als Influencer oder Blogger erfolgreich, wenn du auf der Straße von völlig Fremden angesprochen und gefragt wirst, ob du nicht diejenige Person bist, die auf einem bestimmten Netzwerk eine gewisse Tätigkeit betreibt. Das fühlt sich nahezu wie ein Durchbruch an. Allerdings verfliegt die Freude schnell, wenn du als Blogger als „Instagram Blogger“ bezeichnet wirst. Ebenso überkommt dich der Ärger, wenn du als Blogger den #fashionblogger unter dem Beitrag einer Person liest, die nachweislich keinen Blog betreibt und dennoch ihr professionelles Profil als „persönlichen Blog“ darstellt. Hashtags generieren Reichweite. Je höher die Reichweite eines Hashtags desto wahrscheinlicher die Nutzung. Hauptsache Leute erreichen um jeden Preis unabhängig davon, ob der Hashtag zutreffend ist oder nicht. So nehme ich die Nutzung von Instagram wahr und muss mich darüber ärgern, dass solche Nutzer*innen auch noch erfolgreich damit sind.

15 Millionen Instagram-Nutzer*innen (Quelle: Statista) scheint die Korrektheit in dieser Angelegenheit offenbar egal zu sein. Für mich als Blogger ist sie eine Herzensangelegenheit. Daher im Folgenden die Klarstellung, ob es sich um einen Influencer oder Blogger handelt.

Merkmale eines Influencers

Influencer kommt aus dem englischen Wort „influence“, zu Deutsch „beeinflussen“ oder „Einfluss“. Es handelt sich dabei um eine Person, die eine Zielgruppe beeinflusst oder auf sie im wahrsten Sinne des Wortes Einfluss nehmen kann, indem sie Native Advertising (Werbung gehüllt in einem redaktionellen Format, um nicht direkt als solche erkannt zu werden) betreibt, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Influencer oder Blogger Hashtag richtige  Anwendung.
Der #fashionblogger sollte tatsächlich nur von Fashion Bloggern genutzt werden. Quelle: Eigener Screenshot

Der „Point of Influence“ wie André Gebel ihn nennt, ist dabei Instagram. Die 2010 eingeführte Plattform (die seit 2012 zu Facebook gehört) lässt in erster Linie Bilder und Videos für sich sprechen und bietet mittlerweile durch Umfragen, Quizzes oder Abstimmungen sowohl eine große Bandbreite an Interaktionsmöglichkeiten zwischen dem Entertainer und den Followern als auch durch Funktionen wie Videotelefonie, direkte Nachrichten und Sprachnachrichten (limitiert auf eine Minute) vielerlei Möglichkeiten zu direkten Kommunikation. Der Vertrag zwischen Influencern und Unternehmen basiert darauf, regelmäßig (nahezu täglich) Beiträge zu veröffentlichen. Das dient dazu Reichweite zu generieren, aber auch Produkte und Dienstleistungen zielgerichtet zu verkaufen. Für die Beiträge werden die Influencer dementsprechend bezahlt bzw. gesponsert.

Tipp: Wer sich übrigens selbst auf Instagram ausprobieren will und Starthilfe sucht, findet hier 7 Tipps für größeren Erfolg auf der Plattform.

Merkmale eines Bloggers

Wie der Name sagt, basiert die Bezeichnung des Bloggers darauf, Schreiber eines (eigenen) (Web-)Blogs zu sein. Die gängigsten Anbieter dafür sind WordPress, Blogger (von Google Inc.) oder Tumblr. Bei einem Blog geht es weniger darum, primär ein Produkt zu verkaufen. Ursprünglich diente ein Blog dazu, als digitales Tagebuch zu fungieren. Spätestens seit der Ära der Mode-Blogger (um 2010), aber hat sich der Betrieb des Blogs kommerzialisiert. Er dient weniger der persönlichen Guttuung, sondern mehr als öffentliche Informationsplattform. Mit dieser kann man den/die Leser*in dazu animieren, ein Produkt zu kaufen oder auszuprobieren. Dadurch mangelt es vielen Mode-Blogs allerdings an (qualitativen) Texten. Denn viele Blogger lassen ihre Bilder sprechen und nennen lediglich die Marken. In politischer Hinsicht dient er den Leser*innen dazu, sich eine differenzierte Meinung zu bilden. Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Co. nutzen dabei mehr als Marketing-Instrumente. So erzielt der Blog eine höhere Reichweite.

Influencer oder Blogger Interview
Mittlerweile erklären sich Expert*innen aus allen Bereichen bereit, Interviews für Blogs zu geben. Quelle: Eigene Fotografie / Johanna Karajan

Side-Info: Mittlerweile gibt es auch die Bezeichnung Vlogger. Dies beschreibt Personen, die anstatt einen Blog zu schreiben, Videos drehen. Die am häufigsten genutzte Plattform dafür ist YouTube.

Wer ist nun der Influencer oder Blogger?

Die knappen Darstellungen haben die klaren Abgrenzungen zwischen Influencern und Bloggern deutlich gemacht. Wenngleich sich nicht schlagartig alles ändern wird und Influencer sich dennoch weiterhin als Blogger (der #fashionblogger liegt aktuell bei einer Reichweite von 139 Mio.) bezeichnen werden, wirst du es besser wissen oder zumindest eher auf den Unterschied achten. Die Klarstellung kann aber auch Anlass dafür sein, sich verschiedener Begrifflichkeiten bewusst zu werden und sie entsprechend anzuwenden. Denn Influencer sind keine Blogger und Blogger sind in erster Linie keine Influencer. Während die einen sich auf den Verkauf fokussieren, haben die anderen einen journalistischen Charakter. Der Star-Designer Guido Maria Kretschmer (bekannt aus der Sendung „Shopping Queen“ auf VOX) hat einmal selbst (zu Recht!) gesagt, dass er es nicht leiden kann, wenn Influencer ein Bild von sich hochladen und dazu einen willkürlichen Text verfassen, nur um Leute anzusprechen.

Johanna Karajan

"Ich bin geboren, um Journalistin zu werden.", sagt Johanna über sich, "Journalismus ist mein großer Traum!" Auf diesen Traum arbeitete die geborene Hamburger Deern mit armenisch-französischen Wurzeln direkt nach ihrem Abitur hin und gründete ihren eigenen Mode und Lifestyle Blog. Um ihre Leidenschaft aber auch zum Beruf zu machen, absolvierte sie den Bachelor in Politikwissenschaften und sammelte Erfahrungen durch Allround-Praktika in der Öffentlichkeitsarbeit und dem Jahr Top Special Verlag. Vor ihrer Elternzeit hat Johanna bei einer Content Marketing Agentur als Quality Assurance Assistant und Content Manager gearbeitet. Die Mutter eines Sohnes nutzt nun die Corona- und Lockdown-Zeit sich nicht nur weiterzubilden, sondern auch ihren Traum mit einem Master-Titel in Medien und Kommunikation zu verwirklichen.