Instagram für Hunde? Tierisches Marketing mit Petfluencern

Wer kennt es nicht? Der Tag neigt sich dem Ende zu, man kommt nach Hause und ab geht’s erstmal auf die Couch. Schon ist das Smartphone in der Hand und man scrollt gedankenverloren durch den Instagram Feed. Wer ein frequenter Nutzer des beliebten Social Media Networks ist, der ist vielleicht schon über die ein oder anderen Instagram-Hunde gestolpert.

Die tierischen Posts sind beliebt und scheinen bei zahlreichen User*innen für große Begeisterung zu sorgen. Denn schon seit jeher sind Tiere treue Begleiter des Menschen. Und das schon lange nicht mehr nur offline. Die Petfluencer erobern Instagram.

Tiere auf Instagram – Das Geschäft mit der Niedlichkeit

Begonnen mit der Grumpy Cat, die zu einer wahren Online-Berühmtheit geworden ist, finden Tiere immer mehr Einzug in die Welt des Internets. Und so auch in Soziale Medien wie Instagram.

Die Niedlichkeit und Tollpatschigkeit unserer flauschigen Begleiter zaubert vielen von uns in Sekundenschnelle ein Lächeln auf’s Gesicht. So ist es auch keine Überraschung, dass einige der derzeitigen tierischen Accounts bereits über zehn Millionen Follower:innen besitzen.

Doch nicht nur private User erfreuen sich am Petfluencer-Trend. Auch Unternehmen haben diese Entwicklung mittlerweile für sich entdeckt. Und so posieren schon lange nicht mehr nur Bibi und co. für Unternehmen vor der Kamera – auch Hunde, Katzen, Hamster und sogar Füchse präsentieren sich mit den unterschiedlichsten Produkten vor der Linse.

So beispielsweise der Weißbauch-Igel Herbee, der hier in einem werblichen Post auf das Sonic Movie Aufmerksam macht.

Werblicher Post von Petfluencer mr.pokee. Instagram-Hunde, -Katz und co. sorgen für Interaktion.
Screenshot Instagram: Petfluencer mr.pokee

Durchschnittlich generiert der kleine Igel um die 100k Likes und sorgt durch sein freudiges Strahlen für viel Interaktion unter seinen Posts. Eine attraktive Plattform für Werbetreibende also.

Warum sind Instagram-Hunde, -Katz und co. so erfolgreich?

Häufig handelt es sich bei den durch Petfluencer beworbenen Produkten um Artikel speziell für Haustiere. Aber auch Mode, Deko und Enterntainment-Artikel erhalten Dank der flauschigen Influencer die heiß begehrte Aufmerksamkeit der Follower:innen. Genau diese Aufmerksamkeit und Interaktion ist es, die Petfluencer für Unternehmen so attraktiv macht. Engegament ist die Währung im Social Web – und Petfluencer generieren sie über alle Altersklassen hinweg.

Aber was genau haben Instagram-Hunde den Influencern voraus? Und weshalb kommen Petfluencer insbesondere bei den User:innen so gut an? Vielleicht liegt es daran, dass man sie einfach lieben muss. Die kleinen Knopfaugen, die flauschigen Pfötchen. Das kann bei der Betrachtung schon die eine oder andere Emotion hervorrufen.

Ob Labrador, Siamkatze oder Wellensittich – die tierischen Begleiter rufen Freude hervor. Doch genau ein zentraler Aspekt bleibt bei ihnen aus: der Neid. Wie oft hat man sich nicht schon die blauen Wellen der Karibik in einem Influencer-Post angeschaut und sich gedacht „Da will ich auch hin“. Dieses leicht negative Gefühl bleibt bei Instagram-Hunden und -Katzen aus – egal ob sie eine Weltreise machen oder nur gemütlich in einer Ecke liegen und schlummern. Stattdessen sind die Tiere in fast jeder Lebenssituation eine unterhaltsame Ablenkung und schenken den Usern auf die wohl authentischste Art und Weise Freude und Entertainment.

Auch Kooperationen gibt es schon zwischen Petfluencern. Das zeigen beispielsweise die Instagram-Hunde verwolft, wolfs_pfoetchen und naira.snow, die sich gemeinsam im Schnee ablichten lassen. Schon fast wie ein kleines Wolfsrudel.

Petfluencer Kooperation zeigt verschiedene Instagram-Hunde im Schnee
Screenshot Instagram: Instagram-Hunde verwolft

Lukrative Geschäfte mit Petfluencern

Nicht lange hat es gedauert und da gibt es auch schon die ersten Agenturen, die das Potenzial von Instagram-Hunden, -Katzen & co. entdeckt haben. So z.B. The Dog Agency in den USA, My Pet Agency in Frankreich und TONY the petfluencer agency in Deutschland, um nur einige zu nennen. Letztere verlieh 2019 sogar den German Petfluencer Award und kürte zahlreiche niedliche Sieger in den Kategorien Blog des Jahres, Micro-Petfluencer des Jahres, Petfluencer des Jahres und Publikumspreis. Die 2019 ins Leben gerufene Agentur hat mittlerweile über 5.000 Kooperationen mit Petfluencern in ganz Europa umgesetzt und veranstaltete bereits einige exklusive Community-Events mit ihren Petfluencern.

Instagram-Hunde – Tierischer Spaß oder menschliches Vergnügen?

So niedlichen die tierischen Influencer auch sind, eines sollte immer im Vordergrund stehen: das Tierwohl.

Natürlich sehen kleine Dackel im Cape sehr unterhaltsam aus. Auch Füchse mit Sonnenbrille haben einen gewissen Charme. Aber wie geht es dem Tier dabei? Das Thema Petfluencer ist auch gleichzeitig ein Thema des Tierschutzes. Und dieser sollte zu keinem Zeitpunkt vernachlässigt werden.

Wenn das nächste Mal also ein Otter, Fuchs, Leguan oder ein anderes ausgefallenes Tier im Instagram Feed erscheint, lieber zweimal hingucken und überlegen „Lebt dieses Tier noch unter zumutbaren Bedingungen?“. Niedliche Tiere sind zwar gut, aber glückliche Tiere sind doch um Welten besser.

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Quellen:
InfluencerDB, Süddeutsche Zeitung, PETA ZWEI, SWR
Instragram Accounts: juniperfoxx, mr.pokee, verwolft, wolfs_pfoetchen, naira.snow
Petfluencer-Agenturen: The Dog Agency, My Pet Agency, TONY the petfluencer agency
Titelfoto: Charles Deluvio on Unsplash

Lina Pierdziwol

Lina hat ihre Begeisterung für die Welt der Medien und der Kommunikation während ihres dualen Bachelors entdeckt. Hier war sie zunächst im B2B-Eventmarketing tätig, fand aber während ihrer Bachelorarbeit schnell Gefallen an den Bereichen des Online Marketings. Nach ihrem Abschluss hat sie sich für den MuK-Master an der SRH entschieden und arbeitet seitdem parallel in einer Digitalagentur. Hier konzentriert sie sich vor allem auf Themen wie SEO und Content Management und befasst sich gerne in den gängigen Trends der digitalen Kommunikation.