Gesundheits-Influencer der Krankenkassen

Gesundheit, Ernährung, Sport und psychisches Wohlbefinden sind in der heutigen Zeit immer wieder Gesprächsthemen. Auch im Internet und auf Social Media führt das immmer wieder zu Diskussionen. Das machen sich in letzter Zeit auch Krankenkassen wie die Techniker oder die AOK zu Nutze. Tipps, wie man einen neuen Sport anfängt oder welche Vorsorgeuntersuchen man machen sollte, gibt es hier zuhauf. Der Vorteil für Rezipienten: Die Informationen dürften ziemlich verlässlich sein und nicht von irgendeinem Internet-User, der sich für vermeintlich auskennt. Und die Krankenkassen können profitieren, wenn ihre Versicherten einen gesunden Lebensstil führen.

Welche Kampagnen haben die Krankenkassen schon durchgeführt?

Es gibt etliche Beispiele: Wer allein auf YouTube nach seiner Krankenkasse sucht, findet schnell einen Kanal mit Tipps. Wie ernährt man sich gesund, welche Sportarten sind für wen geeignet und und und… Aktuelles Beispiel: Die Techniker Krankenkasse sorgt für großes Aufsehen mit dem Video „Der life-saving Handjob: So tastest du deine Hoden ab“. Die Saarbrücker Zeitung schreibt dazu: „Die Handlung und das Erscheinungsbild des Clips mit einem jungen Mann und der Pornodarstellerin Anny Aurora ist anfangs deutlich an den Look von Pornofilmen angelehnt. Etwa nach der Hälfte unterbricht das Video und es wird erklärt, wie man durch Abtasten der Hoden frühzeitig Krebs erkennen kann.“ Einige sehen das als mutig, andere finden es zu sexistisch. Aber auch unspektakulärere Kampagnen könnten ein Ansatz sein, damit junge Menschen sich frühzeitig mit ihrer Gesundheit beschäftigen.

Viele Krankenkassen wollen auch für junge, gesunde Menschen attraktiv und modern sein.

Erreichen Influencer die Zielgruppe?

Krankheit und Leid sind nicht gerade Themen, mit denen man sich, vor allem als junger Mensch, beschäftigten möchte. Eine Abschlussarbeit der Hochschule Fresenius in München hat untersucht, ob und wie Influencer-Marketing in den Branchen in der Versicherungs-, Telekommunikations- und Finanzen funktioniert:

  • Wichtig sind authentische Influencer, die zur Thematik und der Branche passen und nicht schauspielern müssen, um eine Botschaft zu überbringen.
  • Die Plattform muss zum Thema passen. Kleine Ernährungstipps können auf Instagram gepostet werden, komplizierten Themen sollte man lieber ein mehrminütiges Video auf YouTube widmen.
  • Der oder die Botschafter*innen sollten sympatisch sein. Das ist bis zu einem gewissen Grad subjektiv, doch sonst kann selbst die beste Kampagne nicht durchstarten.
  • Insbesondere im Versicherungsbereich ist es wichtig, lieber langfristige Kooperationen zu planen. Es gilt außerdem: Qualität statt Quantität.
  • Die eigenen Ziele – der Krankenkasse – sollten immer vor Augen gehalten werden.

Alles in allem zeigt diese Abschlussarbeit: Werden diese Faktoren berücksichtigt, kann eine Krankenkasse erfolgreich Influencer-Marketing betreiben.

Quellen:

Hochschule Fresenius: https://www.hs-fresenius.de/blog/wissen/influencer-marketing-auch-fuer-versicherungen-sinnvoll/

Saarbrücker Zeitung: https://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/panorama/techniker-krankenkasse-kassiert-shitstorm-fuer-werbung-mit-pornodarstellerin_aid-65950549

Bilder:

Eaters Collective auf Unsplash: https://unsplash.com/photos/i_xVfNtQjwI

blickpixel auf Pixabay: https://pixabay.com/de/photos/krankenkarte-krankenversicherung-491712/

Eva Bloch

Eva hat während ihrem dualen Bachelorstudium erste Berufserfahrungen beim ZDF gesammelt. 2021 begann sie den Master an der SRH Fernhochschule und arbeitet jetzt in einem Industrieunternehmen als Werkstudentin im Bereich Unternehmenskommunikation. In ihrer Freizeit liest sie gerne, kocht oder macht Zumba.